Schleichwerbung im Internet | | von Annette Mattgey

#angeber: Youtube-Blogger starten Kampagne gegen Schleichwerbung

Unter dem Hashtag #angeber haben sich vornehmlich Youtuberinnen versammelt, die nun von sich aus die Initiative ergreifen und sich gegen Schleichwerbe-Vorwürfe wehren. In Zukunft wollen sie genauer angeben, wer ihnen was wofür gezahlt hat. Dafür steht auch der Kampagnen-Hashtag #Youtuberfürtransparenz. Aufgeschreckt hat die jugendlichen Internet-Stars die Berichterstattung der vergangenen Woche, als "Report Mainz" über Schleichwerbe-Vorwürfe gegen einen ihrer renommiertesten Protagonisten - Y-Titty - berichtet hatte. In dieser Woche legte das Medienmagazin "Zapp" nach und stellt unter anderem Sami Slimani (hier sein Youtube-Kanal) vor, dessen Produkttests schon sehr stark in Richtung Kaufempfehlungen gehen. Wer sich von ihm zu einer Bestellung bei Amazon verleiten lässt, spült Slimani 15 Prozent Provision in die Kasse. Auch das wird - entgegen den Amazon-Richtlinien - nicht "deutlich lesbar" ausgewiesen.

Hinter der aktuellen Offensive stecken die Bloggerinnen xKarenina, daarum (siehe Bild) und Ebru, die sich auf ihren Kanälen vornehmlich mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen. Sie wollen noch offensiver mit den Kooperationen mit den Produktherstellern umgehen, und zwar nicht nur in der Infobox, sondern direkt im Video etwa mit dem Zusatz "Dauerwerbesendung".

Die Resonanz reicht von Zustimmung über "Warum erst jetzt?" bis hin zu abfälligen Kommentaren:

Für mehr Aufklärung setzt sich etwa auch die Youtuberin aWish1987 ein, die ihrem jugendlichen Publikum ausführlich erläutert, was Schleichwerbung ist und warum die Recherchen durch den SWR bitter nötig waren. Dazu verlinkt sie auch auf die Kundenliste von Mediakraft, der Online-Vermarkter (u.a. daarum, Y-Titty), der nun wegen unsauberer Praktiken ins Gerede gekommen ist. Am Ende (ca. 8 Min) erläutert sie ihre Vorstellungen von der notwendigen Kennzeichnung von Blogger-Videos:

#angeber: Youtube-Blogger starten Kampagne gegen Schleichwerbung

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Warner räumt Schleichwerbung für PC-Spiel auf Youtube ein

von Petra Schwegler

Warner Bros. hat nun offen zugegeben, Youtuber für positive Testvideos rund ums Computerspiel "Mittelerde: Mordors Schatten" bezahlt zu haben. Die US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) verwarnte laut übereinstimmenden US-Berichten den Medienkonzern.

Warner hätte laut FTC Influencer wie den Youtuber PewDiePie darauf hinweisen müssen, ihre Videos klar und für den User erkennbar als Werbung zu deklarieren. Eine Strafe hat der US-Konzern allerdings nicht zu erwarten. Indes sorgt der Schiedsspruch für viel Beachtung:

Bekannt wurde dieses (erneute) Vorgehen im Games-Umfeld durch den Journalisten Jim Sterling. Er hatte über die fragwürdigen Vermarktungsmethoden rund um "Mittelerde: Mordors Schatten" berichtet. Zumal auch ihm und und einem weiteren Youtuber eigenen Angaben zufolge ähnliche Deals angetragen wurden. Sie hatten jedoch abgelehnt. Die Rede ist von Beträgen zwischen mehreren hundert und mehreren zehntausend US-Dollar.

Das Verfahren der FTC gegen Warner Bros. hat sich über eineinhalb Jahre hingezogen. Während dieser Zeit wurde Youtube selbst von der FTC zu einer Geldstrafe verknackt, weil die XBoxOne von diversen Influencern in einem zu positiven Licht dargestellt worden war – nachweislich gegen Bezahlung … 

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben