"Berliner Zeitung": Klageandrohung gegen DuMont-Redaktionspool
Die Redaktionsvertreter der "Berliner Zeitung" wehren sich mit einer Klagedrohung gegen die geplante zentrale Redaktionsgemeinschaft. Die Pläne widersprächen dem Redaktionsstaut, heißt es in ihrem offenen Brief an den Vorstand und die Chefredaktion.
Die Redaktion der "Berliner Zeitung" versucht erneut, gegen die Redaktionspool-Pläne der DuMont-Führung vorzugehen und schließt auch eine Klage nicht aus. Das berichtet "Spiegel Online". In einem offenen Brief haben sich der Redaktionsauschuss und der Bertriebsrat an die Vorstände Konstantin Neven DuMont und Franz Sommerfeld, Gesellschafter Helmut Heinen und Chefredakteur Uwe Vorkötter gewandt.
Der Protest richtet sich vor allem gegen die geplante Redaktionsgesellschaft, die für die "Berliner Zeitung" und die "Frankfurter Rundschau" sowie "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Mitteldeutsche Zeitung" die Politik- und Wirtschaftsressorts befüllen soll. "Eine Auslagerung von Kernressorts der 'Berliner Zeitung' in eine neu zu gründende GmbH widerspricht nach unserer Auffassung dem Redaktionsstatut", zitiert "Spiegel Online" aus dem Schreiben. Die Redaktionsvertreter forderten den "Erhalt der Vollredaktion und der 'Berliner Zeitung' als Autorenzeitung". Eine juristische Auseinandersetzung strebe man nicht an, man sei aber "notfalls in dieser zentralen Frage dazu bereit".
Um die 25 Stellen in der neuen Gesellschaft sollten sich die Redakteure offenbar bewerben. Die Chefredaktion soll deshalb verschiedene Redakteure bereits angesprochen haben, erfuhr W&V online aus dem Umfeld der "Berliner Zeitung". Dass bislang keiner der Redakteure aktiv geworden sein soll, weist einer DuMont-Sprecherin zurück: "Uns liegen genügend Bewerbungen vor." Geplant ist, dass die Redaktionsgemeinschaft mit Standorten in Berlin und Frankfurt im April loslegt. jmk/jup