"SZ" lässt Sonntagszeitung auf Eis liegen
Laut Heribert Prantl gibt es aber bei der "Süddeutschen Zeitung" Überlegungen, die Samstagsausgabe komplett neu zu machen.
Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" und ihr Innenpolitikchef, legt mögliche neue Pläne für eine Sonntagszeitung öffentlich zu den Akten: "Eine 'Süddeutsche Sonntagszeitung' ist mein Traum", sagt er im Interview mit der österreichischen Zeitung "Die Presse". Er räumt ein: "Wahrscheinlich wird es aber keine eigene Sonntagszeitung geben, weil es sehr teuer ist, einen Vertrieb aufzubauen."
Prantl führt indes andere Überlegungen an: "Aber man wird überlegen, in welcher Weise man die sechste Ausgabe, die Samstagsausgabe, zu einer ganz neuen Wochenendausgabe macht. Das Spezialabo für Samstag läuft ziemlich gut, und darauf kann man aufbauen." Der "SZ"-Mann sagt weiter: "Vielleicht wird man es peu à peu machen. Den 'Wochenendteil‘ ausbauen, die Analyse und den Hintergrund verstärken – die Stärken der ‚SZ‘ ausbauen. Die "SZ" ist eine Autorenzeitung. Autorität kommt von Autor. Diese Autorität hebt uns heraus, das sollten wir in der Wochenendausgabe noch mehr nutzen und die blanke Tagesaktualität zurückdrängen, sodass die Samstagszeitung eine Lesezeitung wird."
Hintergrund: Die "Süddeutsche Zeitung" hat vor fünf Jahren begonnen, ein Konzept für eine Sonntagszeitung zu entwickeln, wie sich auch die "FAZ" hat. Nachdem die "SZ"-Eigner aber die Ausgaben gescheut haben, ist der Plan Ende 2008 auf Eis gelegt worden. Neu ist das Vorhaben, nun statt sonntags mit einer stärkeren Samstagsausgabe am Wochenende zu glänzen, nicht. Minderheitsgesellschafter Johannes Friedmann hat im Sommer 2010 bereits den Ausbau der Samstags-"SZ" in Aussicht gestellt.
Laut "Hamburger Abendblatt" arbeitet die "SZ" auch einem begrenzten Facelifting. Ziel es sei, das Aussehen von Mantelteil und Bayernteil wieder anzugleichen, so das Blatt.