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Beschwerden über Online-Werbung nehmen zu

Die Beschwerden über Werbeaktivitäten im Internet sind deutlich angestiegen. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres wurde beim Deutschen Werberat gegen 30 Werbekampagnen protestiert.

Text:

2. September 2010

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres wurde beim Deutschen Werberat gegen 30 Online-Kampagnen protestiert. Im gleichen Zeitraum 2009 waren es nur neun. Insgesamt gingen beim Werberat in den ersten sechs Monaten 157 Beschwerden ein (Vorjahr: 147).

Besorgniserregend findet der Werberat den Anstieg der Proteste bislang nicht. Die Beschwerden bezögen sich vornehmlich auf kleine Unternehmen und seien damit als "Randphänome" einzustufen, so der Rat in einer Mitteilung. Man befände sich bei der Mediengattung Online noch "in der unteren Problemzone".

Die meisten Beschwerden gingen im Bereich Außenwerbung/Plakat ein (34), gefolgt von Fernsehspots (31), Internet (30) sowie Anzeigen in Fachzeitschriften (14). Anlaß war zumeist die herabwürdigende und diskriminierende Darstellung von Frauen (64 Fälle) sowie Verstöße gegen die Richtlinien der kommerziellen Kommunikation für alkoholische Getränke (14), wobei der Werberat hier einen politischen Hintergrund vermutet. "Im Rahmen eines Anti-Alkoholprojekts der EU-Kommission sucht die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen nach Testfällen, um die vermeintliche Wirkungslosigkeit der Werbedisziplin zu unterstellen", so der Werberat.

In 49 Fällen schloss sich der Werberat den Beschwerdeführern an, was meistens die Einstellung der Kampagnen oder ihre Abänderung zur Folge hatte. In nur fünf Fällen sprach er eine öffentliche Rüge aus, wobei sich alle auf kleine Unternehmen oder sogar Privatpersonen bezogen. So wurde der Hersteller von Fahrradblechen Pureplate aus Bremen für eine Internet-Kampagne mit einer Frau in Unterwäsche gerügt ("Was Hartes für hinten"). In seinem Blog verteidigt das Unternehmen die Kampagne: "Ziel des Schutzbleches ist es, die hintere Körperregion von aufspritzendem Schmutz frei zu halten. So ist die Darstellung einer Frau aus der Rückperspektive im direkten Zusammenhang zu unserem Schutzblech zu betrachten."

Der Deutsche Werberat wurde vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) 1972 gegründet. Ihm gehören 13 Experten an.


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