Blogger Schmid: "Das Florett kommt zum Einsatz"
Thomas Schmid, Chefredakteur der Welt-Gruppe, geht unter die Blogger. Im "Kontakter"-Interview verrät er seine Beweggründe. Ab 8. Juni ist er unter schmid.welt.de online.
Thomas Schmid, Chefredakteur der Welt-Gruppe, geht unter die Blogger. Im "Kontakter"-Interview verrät er seine Beweggründe. Ab 8. Juni ist er unter schmid.welt.de online.
Warum starten Sie einen Blog?
Ein bloggender Chefredakteur der Welt-Gruppe passt ins Bild – wir sind digitale Vorreiter, ob mit Welt.de, Welt Mobil oder einer twitternden Welt Kompakt voller QRCodes. Ein zweiter Grund war, dass mich daran der direkte Kontakt mit den Lesern bzw. Usern reizt. Das ist etwas ganz anderes als etwa das Kommentieren im gedruckten Blatt, das vermutlich oft ex cathedra und unnahbar wirkt. Beim Blog begibt man sich ins Handgemenge.
Sehen Sie den Blog vor allem als Verlängerung Ihrer Kommentar-Tätigkeit im gedruckten Blatt?
Auch, wobei Verlängerung nichts mit "Länge" zu tun hat. Beim Blog habe ich mir strikte Zeilendisziplin auferlegt. Inhaltlich erscheinen dort neben den gedruckten Kommentaren mehrmals pro Woche exklusive Beiträge zu aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Und vor allem: Hier werde ich das wagen, was zu meiden ich vor langer Zeit gelernt habe – ich werde in der Ich-Form schreiben. Es handelt sich um schnelle Einwürfe. Das Florett kommt zum Einsatz. Und Witz und Humor spielen eine große Rolle.
Was können Sie mit einem Blog publizistisch erreichen, was Sie mit der gedruckten Zeitung nicht können?
Erstens: den direkten Kontakt zu meinen Lesern. Ich habe fest vor, wenigstens auf einige Kommentare der Nutzer selbst zu reagieren. Darüber hinaus geht es mir weniger darum, was ich erreichen kann, sondern vielmehr wen: Menschen, die Freude an intellektueller Streitkultur haben, die sich daran beteiligen wollen und das auch können. Ein Gespräch soll in Gang kommen.
Was wird das erste Thema Ihres Weblogs sein?
Wahrscheinlich ein Stück zu den Europawahlen und die Schatten, die ihr Ergebnis auf die Bundestagswahl werfen. Andererseits ist auch in der Diskussion, die die Kurras-Enthüllung ausgelöst hat, das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Lassen Sie sich überraschen.
Mehr dazu lesen Sie im aktuellen Kontakter (ET: 8. Juni 2009)