Dass das aber immer mehr Verlegern egal ist, illustriert Oliver mit einem erhellenden Videoeinspieler, in dem der frühere Herausgeber u.a. des "Orlando Sentinel" und der "Chicago Tribune" deutlich macht, was er von seinen Journalisten erwartet: weniger journalistische Arroganz, mehr Hundewelpen - und wenn dann der Umsatz stimmt, geht auch mal ein Politikthema. 

Die Verleger seien verzweifelt, fasst Oliver zusammen: "Niemand scheint einen Plan zu haben, der die Zeitungen über Wasser hält." 

Am Ende läuft es auf das bekannte Problem hinaus: Die Nutzer seien daran gewöhnt, Nachrichten gratis im Netz zu bekommen. Und je üblicher das sei, desto weniger bereit sei jeder einzelne, dafür zu bezahlen. "Und das sage ich ausgerechnet Ihnen, der Sie dieses Video gratis auf Youtube schauen, während Sie das Gratis-WLAN vom Café unten in Ihrem Wohnhaus nutzen", witzelt Oliver.

Und doch: "Wir alle müssen für Journalismus bezahlen", fordert Oliver, "oder wir werden dafür bezahlen." Mit dem Verzicht auf relevante Informationen. Was Oliver und sein Team herrlich dramatisieren, indem sie einen Kinotrailer senden, der die neue Art des Reporter-Kinofilms zeigt: Bye-bye, "Die Unbestechlichen", bye-bye, "Spotlight".  Bye-bye, Informationsfreiheit und Politikkontrolle.

Fast 2,8 Millionen Abrufe hat der Clip bereits - rasant steigend (derzeit um rund 100.000 pro Stunde).


Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.