Entlassungen bei der „Abendzeitung“
Die Münchner Abendzeitung entlässt rund ein Viertel ihrer Redakteure. Der Verlag begründet dies mit der schwierigen Wirtschaftslage.
Die Münchner „Abendzeitung“ steht vor drastischen Sparmaßnahmen. Der Verlag kürzt in der Redaktion 22 von rund 80 Stellen. Dies erklärte Geschäftsführer Dieter Schmitt am Montag der Belegschaft. Betroffen sind Text- und Bildredaktion sowie das Layout.
Den Rotstift-Kurs begründet der Verlag in einer Mitteilung mit „der schwierigen wirtschaftlichen Situation“. Deshalb sehe sich das Boulevardblatt „zu einem Personalabbau in nicht unerheblichem Ausmaß gezwungen“. Künftig will sich die „Abendzeitung“ „noch mehr als bisher auf ihre größte Stärke, die Lokalberichterstattung aus München, konzentrieren“, heißt es in der Mitteilung. „Auch mit weniger Redakteuren als bisher werden wir ein Produkt in der gewohnten journalistischen Qualität herausbringen“, wird dort Chefredakteur Arno Makowsky zitiert. „Dazu haben wir ein neues redaktionelles Konzept entwickelt.“
Mit einem Radikal-Relaunch hatte das Traditionsblatt vor rund zwei Jahren versucht, den Negativ-Trend bei Auflage und Anzeigen abzuwenden. Doch am hart umkämpften Boulevard der bayerischen Landeshauptstadt hat die „AZ“ München nach wie vor einen deutlichen Rückstand zur Konkurrenz. Vor allem in der Königsdisziplin Einzelverkauf liegt die Münchner Ausgabe mit nur noch 41.139 verkauften Exemplaren klar hinter „Bild München“ (103.307 Exemplare) und „tz“ (99.427 Exemplare). Die Münchner Gesamtlauflage sackte zuletzt auf 120.285 Exemplare ab (IVW 4/2009). Den kränkelnden Nürnberg-Ableger hatte der Verlag unlängst an den Telefonbuchverleger und Radiounternehmer Gunther Oschmann verkauft.
Die Zeitung befindet sich im Besitz der Verlegerfamilie Friedmann. Sie hält auch 18,75 Prozent am Süddeutschen Verlag, in dem auch Werben & Verkaufen erscheint.