
Enzenauer, Hintze und Andriessen starten Consulting-Firma
Als Media-Aufrüttler sind sie zurück: Michael Enzenauer, Henning Hintze und Marcus Andriessen gründen die Enzenauer Unternehmensberatung für Media Business Solutions.
Wer in den vergangenen Wochen mit Michael Enzenauer über dessen berufliche Zukunft sprach, musste eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Nur sicherheitshalber. Denn er wollte auf keinen Fall, dass etwas durchsickert, der einstige CEO der Media-Agentur Optimedia (2001 bis 2009) und Geschäftsführer der MediaLogics, die heute VivaKi Services heißt. Das, was er gründet, klingt zunächst banal: die "Enzenauer Unternehmensberatung“ für Media Business Solutions. Seine beiden Partner, Henning Hintze und Marcus Andriessen, beides Ex-Geschäftsführer bei VivaKi, betreiben gemeinsam ebenfalls eine Unternehmensberatung.
Der Dreierbund könnte mit seiner Geschäftsidee die Mediabranche etwas wachrütteln. Genau an den Schnittstellen der drei eigenen Wirtschaftsstufen Unternehmen, Agenturen, Medien wollen die drei Media-Experten reingrätschen. „Als Sachverständige werden wir zwischen den Marktpartnern schlichten und moderieren. Damit sie miteinander arbeiten können. Und nicht gegeneinander arbeiten müssen“, sagt Michael Enzenauer gegenüber W&V. Und Marcus Andriessen ergänzt: "Nachhaltige Wettbewerbsvorteile basieren auf der Optimierung der eigenen Prozesse und Schnittstellen zu allen Marktpartnern.“ Auch "grundlegend neue Ansätze“ wollen sie "in kurzen konzentrierten Projekten erarbeiten“, so Henning Hintze.
Heißt: Die einstigen Mediachefs wollen letztlich mehr Transparenz ins Dunkel der Mediabranche bringen. Ihren Vorteil sehen sie darin, dass sie "den gesamten Einkaufsprozess in seiner aktuellen Form mit allen Hintergründen kennen und beherrschen“, wie sie in einer offiziellen Mitteilung in diesen Tagen unschüchtern kommunizieren werden.
Mit etlichen Kunden haben die drei Gründer schon gesprochen – mit anscheinend recht positivem Ergebnis. Eine Frage aber wird das Beraterteam erst in einigen Monaten beantworten können: Wie viel Transparenz wünscht sich die Mediabranche überhaupt?