SIS-Ranking 2014

Die deutschen Drogeriemärkte schneiden im Vergleich zu den früheren Erhebungen in punkto Nachhaltigkeit schlechter ab. Die Automobilbranche hingegen konnte sich verbessern. Das Branchenranking führt nach wie vor der Bereich Babynahrung an, am unteren Ende rangieren 2014 die Finanz- und Energiedienstleister sowie der Bereich Fast Food und die Telekommunikationsbranche.

Katrin Meyer-Schönherr: „Insgesamt erreichen 2014 mehr Branchen und damit Unternehmen einen SIS-Wert, mit dem sie nicht mehr im kritischen Bereich sind.“ Joachim Schöpfer, Geschäftsführer Serviceplan Corporate Reputation, ergänzt: „Während die stets gute Performance der Unternehmen im sozialen Bereich auf gleichem Niveau geblieben ist, wurde hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit aufgeholt.“

Zu den Gewinnern zählen die Bio-Eigenmarken, die häufiger im Einkaufskorb landeten. Sie werden zunehmend als nachhaltig wahrgenommen und zwar sowohl in den klassischen Supermärkten als auch bei den Discountern. So wird etwa Eigenmarken-Bio-Milch in jeder Preislage etwas häufiger gewählt als die jeweilige Billig-Eigenmarke und die Markenmilch. Joachim Schöpfer: „Klassischen Herstellern ohne Bio fällt es immer schwerer, ihren Premiumpreis durchzusetzen. Premiummarken müssen zukünftig verstärkt einen Mehrwert liefern, um nicht gegen Marken, die einen solchen USP im Sinne der Nachhaltigkeit (Bio) liefern, zu verlieren. Wenn Kunden bewusst mehr Geld ausgeben, dann für Bio bzw. Nachhaltigkeit.“

Die in diesem Jahr zusätzlich untersuchten Top-Premiummarken schneiden alle relativ gut ab, jedoch selten hervorragend. Luxusmarken würden zwar eine Art Vertrauensvorschuss genießen, doch im Hinblick auf nachhaltiges Handeln und die entsprechenden Kommunikation sehen die Studienautoren "definitiv Aufholbedarf". Kunden von Top-Premiummarken zeigen ein vergleichsweise hohes Nachhaltigkeitsbewusstsein. Sie erwarten mehr Verantwortung von den Unternehmen, Nachhaltigkeit betrachten sie mehr und mehr als Notwendigkeit. Wenn sie fehlt, geht auch die Rechtfertigung des Premiumpreises verloren.

Die SIS-Studie wird von Facit Research seit 2011 im Auftrag der Serviceplan Gruppe in Kooperation mit der "Wirtschaftswoche" durchgeführt. Seit 2013 dient der SIS als Ergänzung der Jury-Bewertung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.


Autor: Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.