Jäkel baut G+J-Exclusive & Living-Gruppe radikal um
Tiefe Einschnitte in der Redaktionen der G+J-Exclusive & Living-Gruppe nimmt Verlagsgeschäftsführerin Julia Jäkel vor: Künftig sollen die jeweiligen Titel in der Living-Gruppe auf eine eigenständige Kernredaktion gekappt werden.Insgesamt müssen 18 Mitarbeiter gehen. Zuvor hatte Jäkel noch eine Neuausrichtung vehement bestritten.
Trotz eines harten Dementis baut Verlagsgeschäftsführerin Julia Jäkel beim Hamburger Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr ihren Bereich G+J Exclusive & Living radikal um. Danach sollen offenbar für die Titel der Gruppe eigenständige Kernredaktionen gebildet werden, die lediglich die Chefredaktion, Art- sowie Textredaktion umfassen. Andere Bereiche wie Schluss- und Bildredaktionen werden abgetrennt. Deren Arbeiten werden künftg von Fremdfirmen übernommen.
Für G+J Exclusive & Living ist dies mit harten Personaleinschnitten verbunden. Danach sollen in den Redaktionen über alle Titel hinweg zehn Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt werden. Auch das Fotoatelier "Schöner Wohnen"-Fotoatelier bleibt von dem Umbau nicht verschont. Weiteren acht Mitarbeiter wird hier betriebsbedingt gekündigt. Heute wurden die Mitarbeiter über die Neuausrichtung informiert, heißt es. Nähere Einzelheiten hierzu will G+J heute noch in einer Pressemitteilung bekannt geben, erfuhr Werben & Verkaufen aus Verlagskreisen.
In der Living-Gruppe von G+J erscheinen unter anderem die Titel "Schöner Wohnen", "Essen & Trinken" sowie "Living at Home", "Flora Garten" sowie "Häuser", "Dogs". Hintergrund der drastischen Maßnahme ist, dass die Bertelsmann-Tochter unter den erheblichen Folgen der Anzeigenkrise leidet. Der Konzern will bis zum Jahresende rund 200 Millionen Euro sparen, um ein Abrutschen in die Verlustzone zu vermeiden.
Noch vor zwei Tagen hatte Verlagschefin Jäkel eine Neuausrichtung ihrer Gruppe vehement bestritten. Schriftlich dementierte die Managerin gegenüber Werben & Verkaufen, dass weder eine Neuausrichtung ihres Bereichs geplant sei, noch die Mitarbeiter über die Umbaupläne am heutigen Mittwoch informiert würden. Damit bekommt die Öffentlichkeitspolitik der Bertelsmann-Tochter eine neue Qualität. Fraglich ist deshalb, welchen Wert ein Dementi bei Gruner + Jahr noch hat.
Unklar ist noch, ob der drastische Umbau der Redaktionen bei G+J Exclusive & Living verlagsübergreifend Schule macht und damit auch anderen Redaktionen ein ähnliche Umstrukturierung konzernweit droht. Von Gruner + Jahr war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.