Kolle Rebbe gewinnt Beiersdorf als Online-Kunden
Rund 20 Pitches absolviert Kolle Rebbe jährlich. Doch den neuen Kunden Beiersdorf gewann die Agentur ohne Wettbewerb. Es ist der erste reine Online-Etat der Hamburger.
Stephan Rebbe eilt über den Flur und schimpft. "Es ist schlimm“, klagt der Agenturchef. "Da lädt ein Unternehmen zum Pitch, als Voraussetzung verlangt es, dass die Agenturen ein Zahlungsziel von 100 Tagen einräumen.“
Die Krise wirkt sich wie bei allen Agenturen auch auf die erfolgsverwöhnte Kolle Rebbe aus. Werbungtreibende sprechen nur noch über Geld, nicht über Qualität, berichtet Rebbe: ",Alle Macht den Einkäufern‘ - das kommt auch bei uns an.“ Auf der einen Seite Kosten sparen, auf der anderen der Anspruch, die Qualität zu halten - das drückt auf die Rendite der 184 Mitarbeiter großen Kolle Rebbe. Immerhin: Auch 2009 dürfte die Agentur schwarze Zahlen schreiben. Im 15. Jahr ihres Bestehens prognostizieren die Hanseaten ein Umsatzwachstum von zehn Prozent (Gross Income 2008: 15,2 Mio. Euro), dank Neugeschäft, etwa von Hochland, Ritter Sport, Vorwerk und EnBW. Für Letzteren eröffnete die Agentur eine Repräsentanz in Stuttgart.
Mit Beiersdorf ist jetzt ein weiterer namhafter Markenartikler auf die Hanseaten zugekommen - mit einem Internet-Auftrag. Es ist der erste reine Online-Etat, den Kolle Rebbe seit Bestehen der Agentur ergattert hat. Nach kleineren Projekten hat sich Beiersdorf entschlossen, die Nivea-Baby-Site von den Kreativen aus der Speicherstadt betreuen zu lassen. Neben Konzept, Design und Programmierung verantworten sie auch die redaktionellen Inhalte und kümmern sich um den individuell auf werdende und junge Eltern zugeschnittenen Newsletter (nivea.com/baby).
Knapp 40 Onliner arbeiten inzwischen bei Kolle Rebbe unter Leitung von Henning Stamm. „Wir wollen Klassik mit Online verschmelzen“, sagt Stefan Kolle, „das ist der einzig richtige Weg.“ Dass die digitale Unit nie in eine eigenständige GmbH ausgelagert wurde, scheint den Hamburgern bei der Entwicklung medienneutraler Ideen heute zum Vorteil zu gereichen. Beispiel Nike Deutschland: Einer der Gründe, warum sich der Sportartikler im Sommer für Kolle Rebbe entschieden hat, war die Berücksichtigung von Social-Media-Lösungen. Laut Rebbe zählt diese noch relativ neue Form der Kommunikation zu den Top-Drei-Themen, die Kunden abfragen. "Social Media ist in aller Munde. Aber ich frage mich immer, wo die Case-Studies sind“, unkt Kolle.