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Kreation:
Lidl im "Vignette-Roulette": So austauschbar ist Werbung

Der harsch kritisierte Imagespot der Supermarktkette Lidl ist der jüngste Kandidat im "Vignette-Roulette" von Grey Berlin. Und beweist dort  seine Austauschbarkeit ebenso wie Apple, Ergo oder C&A.

Text: Uli Busch

24. Februar 2015

Die harsch kritisierte Imagekampagne der Supermarktkette Lidl ist der jüngste Kandidat im "Vignette-Roulette" von Grey Berlin. Neu dort platziert haben sich auch Spots von C&A und DAK - und befinden sich damit in so illustrer Gesellschaft wie der von Apple (iPad Air) oder BMW. Alles Beispiele dafür, wie austauschbar und beliebig Werbung sein kann. 

Das stieß auch den W&V-Online-Lesern sauer auf: Die zusammenhanglosen Stock-Aufnahmen, die in den neuen Lidl-Spots von Freunde des Hauses zu sehen sind, lösten geradezu einen Mini-Shitstorm in unserer Kommentar-Spalte aus (siehe Beitrag). 

Fröhliche Menschen, Väter mit Baby, Party am Pool, Luftballons, aktive Senioren, Entspannung am Meer - alles schön emotional und stimmungsvoll. Das passt immer und soll Sympathie wecken. Nur - für welche Marke, wenn alle Spots gleich sind? Ein Klick aufs "Vignette-Roulette" lohnt sich: Da lassen sich Video und Ton von zahlreichen Vignetten-Filmchen kombinieren - und das führt einerseits die Konzepte völlig ad absurdum, anderseits scheinen viele Kombinationen fast noch besser zusammenzupassen als das Original. Versuchen Sie es zum Beispiel mal mit dem Ergo-Film zum Hypovereinsbank-Text. Oder Rewe plus R+V (leider ist da die Tonspur zu kurz). Oder kombinieren Sie Liebeskind mit Ergo. Oder C&A mit Lidl. Viele Versicherer sind hier vertreten, aber eben auch Lebensmittelhandel und -marken, Mode und Technik. Der Vignetten-Film macht vor keiner Branche Halt.

Liebe Werber, auch wenn es der Kunde liebt und Vignetten-Filme einigermaßen wenig Arbeit machen, weil sie immer passen: Genau das ist leider auch das beste Argument, die Finger davon zu lassen. Was immer passt, zahlt nichts auf die Marke ein. Das hier investierte Marketingbudget kommt garantiert aus der Hälfte des Topfes, die laut Henry Ford hinausgeworfenes Geld ist. Wenn er das nur damals schon gewusst hätte. Ford hätte diese 50 Prozent Marketingetat gestrichen. Und etwas gewagt.


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