ToFo-Studie/Social TV Summit:
Lockt Bewegtbild im Netz dem TV die Zuschauer weg?
Zwei von drei Nutzern von Streaming-Angeboten geben an, seitdem weniger Zeit vor dem TV-Gerät zu verbringen, weiß eine Studie von Tomorrow Focus. Der #STVS15 durchleuchtet diese Entwicklung von vielen Seiten.
TV und Social Media verschmilzt. Große Social Networks haben mittlerweile ihren Fokus auf Video gelegt. Periscope, Snapchat, Facebook oder Spotify - sie alle erreichen inzwischen ein riesiges Publikum und integrieren immer mehr Bewegtbild, um Nutzer zu binden und neue Fans zu gewinnen. Dabei erreichen ausgewählte Inhalte im Social Web vergleichbar große Reichweiten wie im Fernsehen.
Eine erste Studie zur Bewegtbildnutzung von Tomorrow Focus Media untermauert die Entwicklung: Laut dem Digitalvermarkter und seiner Analyse unter dem Titel "Video Effects" sehen sich 65,5 Prozent der deutschen Internetnutzer Videos im Netz an. 31,7 Prozent von ihnen tun dies täglich. Und: 63,4 Prozent der Nutzer von Streaming-Angeboten geben an, seitdem weniger Zeit vor dem Fernsehgerät zu verbringen. Interessant: Das wichtigste Motiv für das Ansehen von Internetvideos ist laut ToFo die Information: "Mit 69,7 Prozent benutzt der Großteil die Videos als Informationsquelle", heißt es.
Vertiefen wird die Entwicklung der 4. Deutsche Social TV Summit am 7. Juli in München. Unter dem Motto "All In" wird im Literaturhaus München ab 10.15 Uhr diskutiert, was der Bewegtbildboom im Netz und Social Web für die TV-Sender und die Medienbranche bedeutet. Können diese Entwicklungen effektiv genutzt werden? Welche Inhalte funktionieren auf welchen Plattformen? Müssen für Social Media Kanäle neue spezielle Inhalte produziert werden? Auch diese Fragen will #STVS15 - der vierte Gipfel dieser Art - beantworten, erneut veranstaltet von der Münchner Medienanstalt BLM.
Bertram Gugel von Gugelproductions etwa wird den Social TV Summit mit dem Vortrag: "Social Video Boom: Online Originals, Vertical Videos und Instant Livestreams mischen den Markt auf" einläuten. Gero Gode, Gründer von WhatsService, wird sprechen zu "WhatsApp und Co: Messenger als Verbreitungs- und Diskussionsplattform für TV-Inhalte". Und am Nachmittag wird sich eine Talkrunde mit dem Thema "Schauspieler und Moderatoren als Marken im Social Web" befassen. Carsten Schulz, Senior Social Media Strategist bei der Agentur DDB Hamburg, gibt einen Einblick in "Kampagne oder Content Marketing? Wirkung von Social Media und TV im Vergleich". Zu Programm und Anmeldung geht es hier.
Um den digitalen Journalismus und um die Gestalter des Medienwandels kümmert sich die BLM übrigens mit dem Nachwuchsprojekt "media.lab Bayern", das im Juni eröffnet wird. Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie werden kreative Vordenker aus Journalismus, Design und Entwicklung gesucht, die ihre eigenen Medienprojekte umsetzen wollen. "Im media.lab können sie Ideen entwickeln, Teammitglieder finden und Prototypen für Apps und Tools der digitalen Medienwelt entwerfen", versichert die BLM. Für einen Platz im "Open Space" können sich Studenten und Absolventen, Berufseinsteiger oder auch -aussteiger anmelden. Das media.lab soll dann ab Ende Juni einen Arbeitsplatz, Produktionsmöglichkeiten für Fernseh- und Radioprojekte sowie neue Tools und Hardware für Experimente bieten. Erfahrene Mentoren werden zur Seite gestellt. Die Frist für die erste Stipendienrunde läuft noch bis zum 7. Juni. Bewerbern können sich Interessierte im Netz unter Medialab-bayern.de.