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Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL):
Lokalzeitungen beklagen Werbe-Bann der Regierung

Oft würden lediglich überregionale Zeitungen mit Anzeigen der Bundesregierung berücksichtigt - klagt der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL).

Text: Petra Schwegler

11. Juni 2013

Der Verband Deutscher Lokalzeitungen(VDL) kritisiert, dass die Blätter vor Ort bei der Vergabe von millionenschweren Werbekampagnen der Bundesregierung außen vor gelassen werden. Stattdessen würden überregionale Titel, Zeitschriften und Boulevardblätter bei der Belegung berücksichtigt, sagt VDL-Vorsitzende Inken Boyens auf dem Verbandskongress am Dienstag in Berlin. Man dürfe die Rolle der Lokalzeitungen bei der politischen Meinungsbildung aber nicht unterschätzen, zitiert die Nachrichtenagentur "dpa" die Verbandschefin. Boyens fordert die Regierung und das Bundespresseamt auf, ihre Mediaplanungen künftig zu überdenken.

Bereits im April hat der Verband der Regierung vorgeworfen, lokale und regionale Tageszeitungen bei der Anzeigenvergabe zu den "Chancenheften" weitestgehend übergangen zu haben. Das Chancenheft ist eine Broschüre der Regierung. Die Kampagne erstrecke sich fast ausschließlich auf überregionale Medien, so der VDL auf seiner Homepage. Die Regierung rechtfertigt sich so: Da das Bundespresseamt die Bevölkerung deutschlandweit informiere, hätte man die Maßnahme in allen Regional- und Lokalzeitungen schalten müssen, so eine Regierungssprecherin. Das hätte erhebliche Mehrkosten zur Folge gehabt. "Wir haben uns deshalb im Ergebnis für die kostengünstigere Variante entschieden", sagt sie "dpa". In Zukunft werde auch die Möglichkeit von Werbemaßnahmen in Lokalzeitungen wieder in Betracht gezogen.

Der VDL fordert am Dienstag zudem eine Sonderregelung für Zusteller bei einer möglichen Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Es sei zu befürchten, dass sonst bestimmte Zustellgebiete morgens nicht mehr beliefert werden könnten. SPD-Bundestags-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisiert als Gastredner, dass Zusteller teilweise umgerechnet einen Stundenlohn von 2,80 Euro erhielten. "Das kann keine Lösung sein." Zugleich betont Steinmeier die wichtige Rolle von Lokalzeitungen für das gesellschaftliche Leben vor Ort. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bezeichnet die lokalen Blätter in ihrer Rede als "tragende Säulen eines demokratischen Gemeinwesens". Soziale Netzwerke und Internet-Blogger könnten diese Arbeit von Journalisten nicht ersetzen.

ps/dpa


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Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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