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BLM-Beschluss:
Medienwächter verbannen Sex-Spots aus der keuschen TV-Zeit

Manchmal ist zur falschen Zeit nackte Haut in Werbefilmen zu sehen. Dem schiebt die Münchner Medienanstalt BLM nun einen Riegel vor.

Text: Petra Schwegler

25. Juli 2014

Werbung für Bordelle und sexuelle Hilfsmittel im Tagesprogramm bayerischer wie bundesweiter Sender mit BLM-Lizenz: Das gefällt den Münchner Medienwächtern nicht. Zumal sie nach eigenen Angaben in letzter Zeit "vermehrt Beschwerden von Hörern und Zuschauern" in der Sache erhalten haben. Nun gibt es einen Beschluss des BLM-Medienrats zu "Werbung für Prostitution und Sexspielzeug im Rundfunk": Er besagt, dass derlei Reklame "grundsätzlich nur zwischen 23:00 und 06:00 Uhr ausgestrahlt werden darf". Dies gelte sowohl für lokale und regionale als auch für bundesweite Programme. Welche Sender aus dem Lizenzpool, den die BLM verantwortet, negativ aufgefallen sind – unklar. Die Münchner Aufseher nennen keine Namen. Zuständig sind sie unter anderem für die bundesweiten Free-TV-Sender Sport1, Tele 5 oder auch Kabel eins und für diverse Kanäle im Abofernsehen. Hinzu kommen bayerische Angebote wie München TV oder Franken Fernsehen. Im Radio kommen zahlreiche Lokalwellen oder auch Antenne Bayern dazu.

Für TV, Radio und Werbung gelten eigentlich klare Vorgaben des Jugendschutzes. Die BLM fühlt sich aber offensichtlich nun zu einer zusätzlichen Regelung gedrängt, nachdem sich "eine Reihe dieser Inhalte in einer rechtlichen Grauzone bewegen". Überhaupt: Seit einiger Zeit würden vermehrt sexualisierte Inhalte in privaten bayerischen Hörfunk- und Fernsehprogrammen beobachtet, heißt es. Es sei aus Sicht des Medienrats "von entscheidender Bedeutung, dass eine klare und transparente Linie bei der Beurteilung solcher Angebote gegenüber den Anbietern vertreten wird", teilt die BLM weiter mit. Auch der Imageschaden für die Sender sei zu berücksichtigen, "der durch die vermehrte Ausstrahlung von Werbung für Bordelle und Sexspielzeug entstehen kann". Die BLM nimmt unter den deutschen Medienanstalten eine Sonderrolle ein und trägt die Programmverantwortung für die kommerziellen Stationenim Freistaat. So finanziert sie unter anderem die Aus- und Fortbildung von Moderatoren und Technikern, subventioniert Programmbeiträge und zahlt Reichweitenanalysen.

Bordell-Werbung auf Plakaten ließ übrigens im vergangenen Jahr die Deutsche Bahn aus Münchner S-Bahn-Stationen entfernen - obwohl sich keiner beschwert hatte.


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Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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