Mal ehrlich: Welche Markenbeziehung von früher ist Ihnen heute eher peinlich?

Aus heutiger Sicht ist mir keine Markenbeziehung peinlich, zu ihrer Zeit hatten die ja alle ihre Berechtigung. Natürlich hat sich nicht jede mit mir weiter entwickelt, bis heute ist aber keine komplett aus der Spur gelaufen. Unangenehme Momente gab es allerdings damals schon, zum Beispiel dann, wenn der von Oma gekaufte Sportschuh einen Streifen zu wenig hatte.

Gibt es ein Werbegeschenk, ein Give-Away, das Sie - trotz Aufdruck - gern benutzen oder tragen? Von wem haben Sie es bekommen?

Ein Schlüsselband von MTV. War ursächlich als kurzfristiger Ersatz für ein verloren gegangenes Arminia Bielefeld-Schlüsselband gedacht, hat sich aber irgendwie durchgesetzt. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich es meiner Frau gemopst.

Geht da was: Mit welcher Marke kann man heute überhaupt noch einer Frau imponieren?

Wirklich gute Frauen lassen sich nicht so leicht täuschen. Mit Marken imponieren klappt also nicht. Immerhin glaube ich, meine Frau zuletzt mit der Marke Fleurop ganz gut beeindruckt zu haben. Ist aber in Wahrheit auch schon wieder viel zu lange her.

Bei Heißhunger: Für welchen (Marken-)Einkauf fahren Sie nachts extra noch zur Tanke?

Für das brandneue "11 Freunde" Heft sogar gerne. Gibt's nur leider nicht an jeder Tanke.

Wenn Sie sich spontan entscheiden müssten, welche Marke ist Ihnen sympathischer?

Nutella - Nusspli

Orangina - Bionade

St. Pauli - Schalke 04: Arminia Bielefeld. Sonst nichts.

Opel Astra - Ford Focus

Veuve Cliquot - Beck’s

Sony - Nintendo

Wenn Sie ein Testimonial sein dürften, für was würden Sie Ihren Kopf hinhalten (bitte nicht ihren Arbeit- oder Auftraggeber, das tun Sie ja ohnehin!)? Welchen Markenkern würden Sie repräsentieren?

Für Mercedes-Benz aus dem Jahre 1997. Damals die Marke aller Marken, eine echte Über-Marke. Zuverlässig, innovativ, in höchstem Maße begehrlich. "Enduring Passion", die fortwährende Leidenschaft, es immer noch ein bisschen besser zu machen. Klasse.

Waren Sie denn schon mal tatsächlich in einer Kampagne zu sehen?

Ja, tatsächlich, sogar mehrfach. Leider aber immer nur dann, wenn knappe Budgets und allzu enge Timings die Auswahl wirklich geeigneter Models ausgeschlossen haben. Also keine wahre Model-Erfolgsstory.

Wer dürfte Sie sponsern?

Oder anders gefragt: wie käuflich bin ich? Die Antwort: ziemlich sehr. Wer also nicht?

Drehen wir mal den Spieß um: Wir haben uns mal Gedanken gemacht, für welche Marke Sie als Testimonial Pate stehen könnten. Ist die Restaurantkette Nordsee für Sie eher ein Kompliment oder eine Beleidigung? Warum?

Großes Kompliment, vielen Dank. Traditionsreiche, tolle Marke mit noch immer guten Bekanntheits- und ordentlichen Sympathiewerten. Das Fundament ist also noch immer da, ein frischer Angriff (mit gutem Testimonial) also eine wirklich gute Idee. Sprechen Sie doch mal mit Herrn Kamps darüber.


Autor: Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.