Das erste Jahr war ein Lehrjahr für Thaller und ihre Mannschaft. "Wir mussten viel lernen", erzählt die Macherin, "Wie bewirbt man ein Tablet-Medium? Ist es richtig, es als Bezahlmedium auf den Markt zu bringen? Wie hoch ist der Anteil der Anroid-User? Soll das Tablet die einzige Möglichkeit sein, das Magazin zu lesen?" Auf alle diese Fragen hat Petra Thaller nun ein Jahr nach der Erstausgabe Antworten gefunden. Werbung im iTunes-Store hilft, weiß sie heute: "Nach einer Kampagne wurden in der Spitze innerhalb von zwei Stunden 422 unserer Magazin-Apps heruntergeladen." Doch hat sie auch erfahren, dass die Bezahlschranke Leser verschrecken kann: Mehr als 50 Prozent seien wieder abgesprungen, wenn es ums Bezahlen ging.

Um Leser und Anzeigenkunden gleichermaßen zufriedenzustellen, gibt Thaller Media trotz der geringen Reichweite Android nicht auf (hier wurde maximal zehn Prozent der Downloads generiert). Und eine interaktive Desktop-Ausgabe kommt jetzt im Herbst hinzu. "Damit auch all diejenigen, die gerne mal in der Mittagspause mehr als nur PR-Texte von Websites und Blogs konsumieren möchten, von uns bestens bedient werden", sagt Petra Thaller und erklärt: "Das ist nicht nur für den Konsumenten gut, sondern auch für den Werbungtreibenden, der zum einen eine zeitgemäße Darstellungsform im Tablet wünscht, aber seine 'Print-Kunden' nicht verlieren möchte."

Die passionierte Bergsteigerin und Freeriderin hat mit digitalen Medien noch viel vor. Aber auch das Papier als Medium wird sie nicht aufgeben: Hochwertige Printprodukte und Bücher plant Thaller bereits, als Basis dient jedoch immer das Online-Medium. Und ihre Termine, die verwaltet die digitalaffine 52-Jährige dann doch immer noch lieber im guten alten Notizbuch. Sonst klappt es nicht, sagt sie und schmunzelt. (Mehr über Petra Thaller lesen Sie in der aktuellen, neuen W&V Ausgabe 41/2014, EVT am 6.10.2014).


Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.