Spritz: Der Siegeszug eines "In"-Getränkes
Aperol gehört seit 2004 zu Campari und hat sich als Glücksgriff erwiesen. Zum Erfolg beigetragen haben auch ungewöhnliche Marketingideen.
Es ist süß, es ist orange und wichtige Komponente eines "In"-Getränkes: Aperol hat sich für den italienischen Spirituosenhersteller Campari als Glücksgriff erwiesen. Seit 2004 gehört die Marke zum Konzern. Seitdem hat sich der Umsatz mit Aperol verfünffacht, 2010 erwirtschaftete sie ein Zehntel des Gesamtumsatzes. "Mein Vorgänger hat das Potenzial der Marke erkannt und die nötigen Mittel hineingesteckt. Ich habe die Internationalisierung vorangetrieben", erklärt Vorstandsvorsitzender Bob Kunze-Concewitz gegenüber dem "Handelsblatt".
Vor allem in Deutschland legen die Verkäufe rasant zu, denn auch hierzulande ist der italienische Mix-Aperetivo Spritz enorm beliebt und hat sich in Berlin oder München schon zum "In"-Getränk gemausert. Die Deutschen mixen sich den Cocktail auch gerne zu Hause, anders als die Italiener, die ihn lieber in Lokalen und Kneipen schlürfen. "90 Prozent unserer Aperol-Flaschen werden in Deutschland im Supermarkt verkauft", berichtet Kunze-Concewitz dem "Handelsblatt".
Schwieriger ist es für Campari allerdings, seine Marketingideen aus Italien auf Deutschland zu übertragen. Denn dort bieten Kneipen reichhaltige Buffets zum Selbstbedienen an. Die Kunden zahlen zwischen fünf und zwölf Euro für das Getränk, das Essen gibt es umsonst dazu "Es ist schwierig, einen deutschen Kneipier zu überzeugen, dass er Essen gratis anbieten und damit Geld verdienen kann", so Kunze-Concewitz. Stattdessen setzt der Konzern jetzt auf den Spritz als Ersatz für das Feierabend-Bier. Und bewirbt ihn unter anderem mit Partys, Events und Kursen für Bartender, damit sie auch richtig mixen. Und so geht's: 6cl Weißwein oder Prosecco, 4cl Aperol, 1 Spritzer Soda, Eis.