TV-Gewinnspiele: Medienaufsicht kündigt Bußgelder an
Die ZAK will Bußgelder gegen 9live, DSF, Kabel eins, das Vierte und Sat.1 verhängen. Grund: Die Regeln der Gewinnspielsatzung sind nicht zur Zufriedenheit der Medienwächter eingehalten worden.
Die strenge Gewinnspielsatzung ist seit einigen Monaten in Kraft und zeigt jetzt ihre Wirkung: Den Privatsendern 9live, DSF, Kabel eins, das Vierte und Sat.1 stehen empfindliche Bußgelder ins Haus. Viele Gewinnspiele und Gewinnspielsendungen auf diesen
Kanälen verstoßen nach Ansicht der deutschen Medienaufsicht gegen den Verbraucher- und Jugendschutz sowie die 50-Cent-Grenze pro Anruf, wie die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) mitteilt. Sie besteht aus den Direktoren der Medienanstalten. Die ZAK habe beschlossen, Beanstandungs- und Bußgeldverfahren gegen die Sender einzuleiten, heißt es. Über die Höhe der möglichen Bußgelder wird nichts mitgeteilt.
"Auch wenn es positive Entwicklungen etwa bei den Teilnahmehinweisen gibt, bestehen nach wie vor große Defizite bei Spielaufbau und Transparenz", sagt der ZAK-Vorsitzende Thomas Langheinrich. "Genau diese Problempunkte waren es aber, die zum Erlass der Satzung geführt haben. Hier müssen wir eingreifen." Eine Expertengruppe der Medienanstalten hatte in den vergangenen Wochen die Gewinnspiele und Gewinnspielsendungen im deutschen Fernsehen stichprobenartig geprüft. Sie hatten auch angekündigt, über die Einhaltung der 50-Cent-Grenze bei den Anrufkosten zu wachen. Dabei haben sich zahlreiche Mängel im Hinblick auf die Sendungsgestaltung offenbart, vor allem bei der Moderation und Präsentation der Sendungen. "Immer wieder finden sich irreführende Aussagen der Moderatoren", sagt der ZAK-Beauftragte für Programm und Werbung, Norbert Schneider. Zeitdruck werde nach wie vor vorgetäuscht und so ein mehrmaliges Anrufen eingefordert.
Die Gewinnspielsatzung wurde von den Medienanstalten im vergangenen Jahr angeschoben, nachdem sich die Beschwerden von Zuschauern und Verbraucherschützern über Abzock-Methoden bei den TV-Gewinnspielen gehäuft hatten.