Vier-Säulen-Modell:
TV-Rechte: DFL verteilt Bundesliga-Rekorderlöse neu
Bundesliga-Vereine, die schon lange dabei sind und viel für den Nachwuchs tun, bekommen von der DFL mehr Geld aus dem sehr dicken TV-Topf.

Foto: DFL
Die Rekorderlöse aus den TV-Rechten an der Bundesliga werden von der Deutschen Fußball Liga (DFL) in den Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 auf Grundlage eines neuen Vier-Säulen-Modells an die 36 Profivereine ausgeschüttet. Dies hat das Präsidium des Dachverbands einstimmig beschlossen.
Keine Berücksichtigung fanden die Vorschläge des "Teams Marktwert", dass eine Berücksichtigung von Kriterien wie Anzahl der Fans und Einschaltquoten gefordert hatte. "Wir haben uns intensiv mit diesem Modell beschäftigt. Das waren wir den Clubs gegenüber schuldig, die sich so intensiv damit beschäftigt haben", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Aber mal wolle "belohnen, wer tatsächlich in den vergangenen 20 Jahren mitgeholfen hat, die Bundesliga großzumachen".
Die Verteilung der TV-Milliarden erfolgt künftig auf der Basis von vier Säulen, die in die Kategorien
- "Bestand" (70 Prozent),
- "Sportliche Nachhaltigkeit" (5 Prozent),
- "Nachwuchs" (2 Prozent)
- und "Wettbewerb" (23 Prozent) unterteilt sind.
Von den internationalen Erlösen werden 25 Prozent gleichmäßig auf alle 18 Bundesligisten verteilt und weitere 50 Prozent anhand einer Fünf-Jahres-Wertung mit Blick auf das Abschneiden der Vereine in Europa ausgeschüttet. Die Verteilung der restlichen 25 Prozent basiert auf den Starts in der Champions League und Europa League in den vergangenen zehn Jahren. Jede Teilnahme bringt einen Punkt.
Damit die 2. Bundesliga nicht leer ausgeht, fließen in der kommenden Saison fünf Millionen Euro aus diesem Topf ins Unterhaus. Dieser Betrag erhöht sich in den folgenden Spielzeiten um jeweils eine Million Euro.
Pro Saison erstmals mehr als eine Milliarde Euro an TV-Geldern
Die DFL hatte im Juni den bislang werthaltigsten Fernsehvertrag der Bundesliga-Geschichte abgeschlossen. Danach erhalten die deutschen Proficlubs ab der Saison 2017/18 für die Laufzeit von vier Jahren von Sky, ARD, Discovery oder auch Amazon insgesamt 4,64 Milliarden Euro für den Verkauf ihrer nationalen Medienrechte - rund 85 Prozent mehr als in der aktuellen Periode. Pro Saison kann dadurch erstmals mehr als eine Milliarde Euro (1,16) an TV-Geldern an die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga verteilt werden.
Bislang flossen diese Erlöse zu 80 Prozent an die Erstliga- und zu 20 Prozent an die Zweitliga-Clubs. Jeder Verein erhielt einen festen Sockelbetrag sowie einen streng erfolgsabhängigen Anteil.
ps/dpa