ARD Werbung Sales & Services:
Warum HbbTV das Vermarktermodell bedroht
Am Ende entscheiden Marken wie BMW über das Programmumfeld - meint AS&S-Geschäftsleiter Uwe Esser. Er und Geschäftsführerin Elke Schneiderbanger weisen im W&V-Interview auf die Bedrohung ihres Geschäftsmodells unter anderem durch HbbTV hin.

Foto: Fritz Beck für W&V
Technische Standards wie HbbTV erlauben neue Spielvarianten bei der TV-Werbung. Auch neue Empfangsmöglichkeiten etwa in Fahrzeugen bieten zusätzliche Vermarktungsansätze. Doch neue Techniken bergen auch Risiken. Darauf weisen die Geschäftsführerin von ARD Werbung Sales & Services, Elke Schneiderbanger und ihr Kollege, Geschäftsleiter Uwe Esser im W&V-Interview hin.
"Künftig wird die Hoheit über die Werbung nicht mehr bei den öffentlich-rechtlichen oder den privaten Sendern liegen, sondern bei einem Technikhersteller aus Korea oder einem Autohersteller aus Deutschland", sagt AS&S-Manager Esser. "Marken wie Samsung, BMW oder Mercedes haben am Ende die Entscheidungsgewalt über das, was in unserem Programmumfeld läuft." Da hätten dann weder AS&S noch IP Deutschland oder SevenOne Media etwas zu melden. "Hier müssen wir unbedingt gegensteuern", so der Vermarktungsexperte.
Umsatzrekord mit EM-Partie Deutschland gegen Nordirland
Ansonsten war 2016 für den Vermarkter des Ersten ein gutes Jahr. Die positive Entwicklung der Vorabend-Marktanteile hat sich – wenn auch mit einiger zeitlicher Verzögerung – auf den Umsatz niedergeschlagen. Ebenfalls erfreulich waren die zusätzlichen EM-Spiele, die in der vermarktungsrelevanten Zeit vor 20 Uhr liefen. "Das war ein warmer Regen, den kann man auch gut kapitalisieren", so Esser. Am meisten Freude habe ihm und seiner Chefin Schneiderbanger die Begegnung Deutschland gegen Nordirland gemacht. Für 60 Sekunden kassierte die AS&S eine Dreiviertelmillion Euro. "Das ganze Spiel hat uns sogar 7 Millionen Euro gebracht", so Esser.
Dass die ARD dem Olympia-Rechteinhaber Discovery eine Absage für die Zeit ab 2018 erteilt habe, kann Elke Schneiderbanger nachvollziehen. "Als Sender muss man die Verhältnismäßigkeit wahren und darf sich nicht die Daumenschrauben anlegen lassen." Außerdem begegnet die Geschäftsführerin dem Gerücht, AS&S würde den Kunden hohe Rabatte einräumen. "Wir haben solide Werte und sind seit fünf Jahren in der Brutto-Netto-Bilanz stabil", sagt Schneiderbanger. "Unser Brutto-Netto-Verhältnis liegt bei 69 Prozent."
Das gesamte Interview mit den AS&S-Managern Elke Schneiderbanger und Uwe Esser lesen Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V.