Olaf Brandenburg, EDDB.

Das fiel auch Olaf Brandenburg, Inhaber und Geschäftsführer der Agentur EDDB, sofort ins Auge. Zusammen mit seinem Bruder Sven entwickelt er seit mehr als 20 Jahren Marken und Markennamen. Die eingängige Brotmarke "HöchstGenuss" etwa stammt von ihnen. Auch für Volkswagen waren die Berliner schon mehrfach tätig - das Team wirkte an der Entwicklung der Oberklassenmarke Phaeton mit und arbeitete für die Luxusmarke Bugatti.

Das Rätsel um den Markenamen beschäftigt Brandenburg. Wettbewerber wie "Car2go" oder "Drive now" oder auch die VW-Beteiligung "Gett" hätten eingängigere Namen, findet der Markenexperte. Sie seien leichter auszusprechen und hätten eine klare Botschaft. Welcher tiefere Sinn verbirgt sich also in den vier Buchstaben? Und wie soll der Name das breite Publikum erreichen? Über Rätselraten in den sozialen Netzwerken? Auch das kann schließlich eine Intension sein, um Aufmerksamkeit zu erzielen, so Brandenburg.  

Aus reinem Interesse nahm sich Olaf Brandenburg mit seinem Team die Marke MOIA vor, um ihren Code zu entschlüsseln. Als sie den Beamer auf den Kopf stellten, wurde das "VW" sofort sichtbar. Doch auch in den mittleren Buchstaben erkennt Brandenburg eine wichtige Bedeutung. "IO" stehe international für Startups und Innovation. Auch die Webadresse von MOIA endet mit ".io", so wie die Auftritte vieler Startups.

Auf den Kopf gestellt ergibt sich eine neue Bedeutung.

Diese Kombination interpretiert Brandenburg nun so: Volkswagen sieht in seiner Mobilitätstochter den Innovationstreiber für den gesamten Konzern. Denn dieser unterzieht sich einem tiefgreifenden Wandeln, muss sich nach den verheerenden Auswirkungen der Dieselgate-Affäre neu erfinden - die eigene Welt quasi auf den Kopf stellen. Das betrifft alle Bereiche, die Ziele sind in der Strategie "Transform 2025+" festgelegt: Volkswagen will bis 2025 zu einem der weltweit führenden Anbieter für digitale Mobilitätsdienstleistungen und Elektromobilität aufsteigen. Gleichzeitig verordnet sich der Konzern ein massives Sparprogramm, will mehr "Effizienz" und die Profitabilität des eingesetzen Kapitals steigern. Zurück zum Erfolg sollen also Innovationen und gleichzeitig die Fokussierung auf das Wesentliche führen. Ein Weltkonzern, der wie ein Startup handeln will und auf die "Magie" neuer Produkte hofft.   

Vor diesem Hintergrund findet Olaf Brandenburg den Markennamen "MOIA" "sehr viel spannender" und die Marke VW "genial eingesetzt". Volkswagen sollte ihn seiner Ansicht nach nur besser und früher erklären.       


Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Autor: Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.