"Man kann aus den Daten, die uns nun vorliegen, durchaus ersehen, dass die jungen Leute die Möglichkeiten über PC oder Laptop oder mobile Endgeräte deutlich intensiver nutzen als andere Altersgruppen", erklärte die AGF-Vorstandsvorsitzende Karin Hollerbach-Zenz. "Dieses scheinbare Minus wird aufgefangen durch die neue nonlineare Welt." Die Quoten-Expertin betonte: "Was immer so durch die Köpfe geistert, Fernsehen würde an Attraktivität verlieren, gerade auch in diesen jungen Zielgruppen, ist nicht der Fall. Das können wir mit unseren Zahlen stichhaltig beweisen."

Aber auch diese nonlineare Nutzung sei noch im Wandel, so die AGF-Chefin. "Wir erwarten, dass in einem Zeithorizont von wenigen Jahren der Schwerpunkt auf der mobilen Nutzung liegen wird. Deswegen bauen wir unsere Messungen im kommenden Jahr so aus, dass wir ab 2016 mobile Reichweiten ausweisen und das ganze Spektrum abbilden können." Dass der Trend dahin gehe, könne jeder im Alltag nachvollziehen. "Dabei kann man unmittelbar beobachten, wie intensiv Videonutzung auf den mobilen Endgeräten inzwischen stattfindet. Diese Nutzung ist in der Reichweitenmessung im Moment noch ein blinder Fleck."

Übrigens: Die Fernsehlust der Deutschen ist ungebrochen. 2014 ist die Nutzung mit 219 Minuten pro Tag auf Vorjahresniveau stabil geblieben. Positive Effekte zeigten sich erwartungsgemäß vor allem im Sommer während der Fußball-Weltmeisterschaft. So stieg die TV-Nutzung im Juni um fünf Prozent und im Endspiel-Monat Juli sogar um 9,1 Prozent, was 17 Minuten entspricht. Aber auch im kalten, verregneten August war ein Plus von fünf Prozent zu verzeichnen. Auch erwiesen sich die Fernsehzuschauer als treues Publikum: Die Anzahl der Seher stieg leicht um ein Prozent an und blieb vor allem auch in den jungen Zielgruppen unverändert. "Deutschland ist und bleibt ein klassisches Fernsehland mit intensiver Zuschauerbindung", fasst Hollerbach-Zenz zusammen.

Als Gesellschafter verantworten und finanzieren die Sendergruppen ARD, ProSiebenSat.1, Mediengruppe RTL Deutschland sowie ZDF die AGF und damit die kontinuierliche Messung der Nutzung von Bewegtbildinhalten auf unterschiedlichsten Endgeräten.

ps/dpa


Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.