Zoff um Kündigung: Eurokaution streitet sich mit Springer&Jacoby
Es geht auch anderes herum. Die angeschlagene Werbeagentur Springer & Jacoby (S&J) trennt sich von ihrem Kunden Eurokaution. Grund: Der Kunde soll die Rechnungen der Agentur nur schleppend beglichen haben.
Es geht auch anderes herum. Die angeschlagene Werbeagentur Springer & Jacoby (S&J) trennt sich von ihrem Kunden
Eurokaution. "Aufgrund finanzieller Unregelmäßigkeiten auf Seiten des Kunden" trennen sich die Hamburger mit
sofortiger Wirkung von den Finanzdienstleister, schreibt die Agentur in einer Pressemitteilung.
Offene Forderungen soll das Hamburger Unternehmen nur mit großer Verzögerung beglichen haben, heißt es bei S&J - für die von der Insolvenz bedrohte Agentur eine Katastrophe. Die Zusammenarbeit hatte Anfang des Jahres begonnen und das Aufgabenspektrum von Springer & Jacoby umfasste die Entwicklung des Corporate Designs, die Umsetzung von klassischer Kommunikation bis hin zum
neuen Internetauftritt. Erst im Februar hatten die hamburger per Pressemitteilung den Etatgewinn bekannt gegeben.
Eurokaution-Geschäftsführer Rüdiger Wolff dementiert die Meldung von Springer & Jacoby: "Tatsächlich haben wir seit Monaten Unregelmäßigkeiten bei der Rechnungsstellung von S&J bemängelt. Trotz verbindlicher Kostenvoranschläge kam es immer wieder zu Nachforderungen in nicht nachvollziehbarer Höhe. Darauf hin haben wir die Zahlungen eingestellt und um ein Gespräch gebeten. Ergebnis dieses ersten Gespräches war, daß S&J sofort einen mittleren fünfstelligen Betrag gutgeschrieben hat“, sagt Wolff in einer Erklärung die W&V vorliegt. "Als sich aber danach die aus unserer Sicht unzumutbaren Praktiken bei der Rechnungsstellung fortsetzten, haben wir ein weiteres Gespräch mit dem Inhaber, Herrn Lutz Schaffhausen, geführt“, so der Geschäftsführer. In diesem habe Lutz Schaffhausen sofort und ohne Umschweife eingestanden, daß er selbst nach eigener Überprüfung die Rechnungsstellung als völlig überzogen und abenteuerlich einstuft.
Auch die Feststellung, dass sich S&J von Eurokaution getrennt habe, sei falsch. „Ich stelle fest, daß die Trennung auf unseren Wunsch hin geschehen ist, weil das Vertrauensverhältnis durch die Agentur aufs schwerste zerstört wurde. Diesem Wunsch ist die Geschäftsführung von S&J mit der Aufhebungsvereinbarung gefolgt.“ Wolff fordert nun von Schaffhausen eine Richtigstellung. Sollte er dieser nicht nachkommen, will Eurokaution gerichtlich gegen die Geschäftsleitung vorgehen.