Agenturstandort :
10 Gründe, warum München für Top-Kreative interessant ist

In München arbeiten und leben weniger ADC-Mitglieder als in Hamburg oder Berlin. Gemütlichkeit gilt in der Agenturszene als klarer Standortnachteil. - Wir haben trotzdem 10 Gründe gefunden, warum München für Top-Kreative genau die richtige Adresse ist.

Text: Markus Weber

In München arbeiten und leben weniger ADC-Mitglieder als etwa in Hamburg oder Berlin. Gemütlichkeit gilt in der Agenturszene als klarer Standortnachteil. Aber in Abwandlung des berühmten Wowereit-Zitats könnte man sagen: München ist dafür reich und sexy. - Und doch ist die Stadt in Wirklichkeit durchaus ein bisschen anders, als es die gängigen, einseitigen München-Klischees vermitteln. Sie bietet wesentlich mehr.

W&V Online nennt zehn Gründe, warum München für Top-Kreative die richtige Adresse ist.

1.  Weil es ein absolutes Gerücht ist, dass Top-Agenturen nur in pulsierenden Weltmetropolen erfolgreich sein können: Oder wie war das noch gleich mit Wieden + Kennedy in Portland oder Crispin Porter + Bogusky in Boulder, am Fuß der Rocky Mountains?

2.  Weil nach den jüngsten Etatvergaben u.a. Media-Markt, BMW, Mini und McDonald's ihre Kreativ-Etats von München aus betreuen lassen und deshalb Häuser wie Thjnk, Leo Burnett und Zum goldenen Hirschen neu in die Stadt gekommen sind.

3.  Weil laut dem Münchner "Datenreport zur Kultur- und Kreativwirtschaft" die Werbegestalter hier einen Durchschnittsumsatz von über einer Million Euro erzielen (Quelle: Verein Europäische Metropolregion München e.V., 2012).

4.  Weil nicht zuletzt der Serviceplan-Kreativchef Alex Schill seit 2008 im ehedem noch etwas verschlafenen München sehr viel bewegt hat.

5.  Weil München auch sonst durchaus einige der gängigen Klischees rund um das Thema Kreativität widerlegen kann: So haben etwa die Street-Art-Künstler hier in den 80er-Jahren sehr früh eine wichtige Rolle innerhalb der europäischen Graffiti-Bewegung gespielt.

6.  Weil in München gleich eine ganze Reihe von DAX-Unternehmen ihren Sitz haben - und Firmen in Zeiten sehr kurzfristiger Kampagnenplanung zunehmend Wert auf kurze Entfernungen legen.

7.  Weil Biergärten gerade unter hart ranklotzenden Menschen als die genialste Erfindung schlechthin gelten: Denn jeder Abend in einem Münchner Biergarten (Beine hochlegen, Augen schließen, kein störendes Servicepersonal) kommt vom Erholungswert spielend einem mehrtägigen Kurzurlaub nahe.

8.  Weil regelmäßiger Champions-League-Fußball mit Sicherheit mindestens so inspirierend ist wie die Abstiegs-Relegationsrunde der Bundesliga (Alles Gute, HSV!)

9.  Die Stadt und ihre Menschen gelten als recht selbstbezogen - ja selbstverliebt. Aber ist München damit nicht irgendwie sogar Vorreiter eines Megatrends, der uns gewissermaßen direkt zur "Generation Selfie" führt?

10. Ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Argument: Weil ein moderner und vor allem funktionierender Flughafen auch für Werber völlig unverzichtbar ist.

"München zeigt sich gern von seiner besten Seite. Die andere ist aber viel spannender, man muss sie nur suchen", sagt Kreativdirektor Max Biedermann, der seit kurzem bei Leo's Thjnk Tank an der Implerstraße mit 55 Kollegen den McDonald's-Etat betreut, in der aktuellen W&V-Story zum Agenturstandort München. Eben - man muss sie nur suchen.

Mehr zum Thema in der neuen W&V-Ausgabe (Nr. 22/2015 vom 26 Mai.)


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.