Aktionärsaufstand gegen WPP-Boss Martin Sorrell

Widerstand gegen Gehaltszuwachs: Unter den Anteilseignern des weltgrößten Werbekonzerns WPP regt sich breiter Widerstand gegen die Gehaltserhöhung für CEO Martin Sorrell.

Text: Markus Weber

31. May. 2012

Unter den Anteilseignern des weltgrößten Werbekonzerns WPP regt sich breiter Widerstand gegen die satte Gehaltserhöhung für CEO Martin Sorrell. Wie die "Financial Times" (FT) berichtet, hat die einflussreiche Aktionärberatungsfirma ISS den WPP-Teilhabern empfohlen, auf der Hauptversammlung am 13. Juni gegen das Vergütungspaket zu stimmen.

ISS berät ungefähr ein Fünftel der WPP-Teilhaberschaft. Darüber hinaus kündigten laut dem FT-Bericht inzwischen mindestens drei der Top-Ten-Anteilseigner an, dass sie am 13. Juni ebenfalls gegen die bei WPP praktizierte Vergütungspolitik für das Management votieren werden. Das Blatt zitiert einen WPP-Investor mit den Worten: "Sorrell agiert mehr wie ein Eigentümer als wie ein Manager. Damit wird er sich wahrscheinlich eine blutige Nase holen."

Sorrells Grundgehalt wurde zuletzt um 30 Prozent auf umgerechnet gut 1,6 Millionen Euro angehoben. Den weitaus größeren Teil seines Vergütungspakets machen allerdings erfolgsabhängige Boni aus. Dem Bericht zu Folge kommt er damit auf insgesamt mehr als 8,5 Millionen Euro. Rechnet man langfristig erworbene Ansprüche und Boni dazu, die 2011 zur Auszahlung kamen (teilweise auch in Aktien) so kommt man auf eine Gesamtsumme von umgerechnet etwa 16 Millionen Euro.

Laut "Financial Times" wurden die Vergütungs-Richtlinien bei WPP zuletzt so verändert, dass die Obergrenze der Gesamtvergütung von 300 Prozent des Grundgehalts auf 500 Prozent angehoben wurde. Von WPP-Seite heißt es, andere Top-Manager in der Werbe- und Medienindustrie erhielten weit höhere Boni.

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Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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