Super Bowl :
Budweiser feiert Einwanderer

Mit der Erfolgsgeschichte des deutschen Brauers Adolphus Busch, der sein Glück in Amerika suchte und einer der Gründer von Anheuser-Busch ist, wirbt die Biermarke im Super Bowl.

Text: Susanne Herrmann

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Einwanderer mit gütligen Papieren: Adolphus Busch 1857 bei der Ankunft in den USA - er ist der Held in Budweisers Super-Bowl-Spot.
Einwanderer mit gütligen Papieren: Adolphus Busch 1857 bei der Ankunft in den USA - er ist der Held in Budweisers Super-Bowl-Spot.

Es schaut aus wie ein Tritt vors Schienbein: Während der neue US-Präsident Donald Trump die Grenzen der USA dichtmacht - erst einmal für Einreisende aus sieben Ländern, die eine überwiegend muslimische Bevölkerung haben - erzählt Budweiser ein Einwanderermärchen. Und das anlässlich des größten amerikanischen Sportereignisses mit Kultcharakter: beim Super Bowl.

Der Spot der Brauerei Anheuser-Busch Inbev (Agentur: Anomaly) für seine große Biermarke handelt von dem Deutschen Adolphus Busch, der sein Glück in Amerika suchte und einer der Gründer des Unternehmens ist. Ein Einwanderer, erst mal: ein Ausländer. Der mit denselben Problemen konfrontiert wird wie Einwanderer heutzutage in aller Welt: Die ersten Begegnungen Buschs nach seiner Ankunft reichen von "Welcome to America" über "Du bist hier nicht erwünscht" bis zu Rempeleien und "Fahr heim!".

Diesen Rat befolgte Adolphus Busch nicht. Er reiste 1857 von Kastel bei Mainz nach St. Louis, Missouri - und schrieb eine der typischen Erfolgsgeschichten, die das Amerika der Selfmade-Men so liebt und die ihre Wurzeln in dieser Ära hat: Mit Visionen, harter Arbeit und, na gut, in seinem Fall einer Prise ererbten Geldes, gründete er ein Unternehmen und stieg schließlich in die Brauerei seines Schwiegervaters Eberhard Anheuser ein.

"Dieser Werbespot", sagt der Markenverantwortliche Ricardo Marques, "erzählt eine Geschichte, die unserer Meinung nach auch die heutige Gründergeneration erreicht. All jene, die ihre Träume verwirklichen wollen." Das mündet dann in die Markenbotschaft: "When nothing stops your dream this is the beer we drink."

Das wird in bestimmten Kreisen in Amerika angesichts der aktuellen Stimmung sicher ein Renner.

Zwar sei das Thema hochrelevant derzeit, als politschen Kommentar wolle die Brauerei den Spot aber nicht verstanden wissen, zitiert "Adweek" den Marketingmann Marques. Anheuser-Busch hatte allerdings im Wahlkampfjahr auf politische Super-Bowl-Spots für Bud Light gesetzt. Dass das Thema Einwanderung aber genau jetzt und so rasend schnell brisant werden würde, das konnten die Verantwortlichen bei der Produktion des Spots in dem Ausmaß nicht absehen.

Mehr zu den Spots im Super Bowl, den Werbepreisen und Zielgruppen finden Sie hier.

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Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



2 Kommentare

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Anonymous User 1. Februar 2017

@Bruno: Nein, kein Flüchtling. Da gab es zu der Zeit zwar viele. Aber da war er eher keiner, da haben Sie Recht. Danke!

Anonymous User 1. Februar 2017

Ihr schreibt: '...handelt von dem Deutschen Adolphus Busch, der sein Glück in Amerika suchte und einer der Gründer des Unternehmens ist. Ein Flüchtling, wenn man so will. ...'

Falsch. Kein Flüchtling. Ein Einwanderer, ein Migrant, aber eben kein Flüchtling. Da kann man wollen, so sehr man will.

Ansonsten muss ich mich wahrscheinlich morgen von Euch als Vergewaltiger bezeichnen lassen, nur weil ich schon mal mit meiner Ehefrau geschlafen habe.

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