Designerdock-Award: Kreative Ideen gegen Überfischung

135 junge Kreative beteiligten sich am Wettbewerb der Personalfachagentur Designerdock. W&V zeigt die Gewinner und die Shortlist-Plätze.

Text: Raoul Fischer

Für den Designerdock-Award 2010 hat sich Jana Allerding aus Berlin etwas einfallen lassen: Statt das Thema „Artenschutz der Meeresbewohner“ mit einer Anzeige zu inszenieren, schlägt sie eine Kooperation mit der Zeitschrift „Mare“, dem Medienpartner des Awards, vor. Ihre Idee: der Titel bleibt leer, der Schriftzug „Mare“ wird symbolisch für das Auslöschen von Meeresbewohnern durchgestrichen, statt der Preisinformation erscheint eine Statistik zur Überfischung und ganz unten gibt es eine Fußnote, die alles erklärt. Diese Idee war der Jury den ersten Platz des Wettbewerbs wert, den die Personalfachagentur Designerdock in diesem Jahr zum vierten Mal durchgeführt hat.

135 junge Kreative zum Teil von Hochschulen, zum Teil von Agenturen haben sich in diesem Jahr beteiligt: Einige im Team, andere allein, und viele haben gleich mehrere Ideen und Arbeiten eingereicht. Die Teilnehmer konnten zusätzlich zum übergeordneten Motto “Artenschutz der Meeresbewohner“ auch eine Aufklärungs- und Awarenesskampagne zum Thema „Finning“ gestalten, womit das Abschneiden der Rückenflossen bei Haien aufs Korn genommen werden soll. Erstmals in diesem Jahr gab es den so genannten „Schulterblick“ bei dem sich die Kandidaten ein erstes Feedback zu ihren Arbeiten einholen konnten.

Den Sonderpreis bekamen Nadine Bein und Pierre Marcel für ihre Anzeige mit einem weinenden Hai. Im Hauptwettbewerb zum Thema „Artenschutz der Meeresbewohner“ errangen das Team Tatjana van Houten und Daniela Müller den zweiten Platz für ihre Anzeigenkampagne mit dem Titel „Todesanzeige“: Sie zeigt Fische, die in Zeitungspapier eingewickelt sind, auf dem deutlich eine Todesanzeige zu erkennen ist: für Scholle, roten Thun oder Kabeljau. Der dritte Platz geht an dasselbe Team für ihre Guerilla-Kampagne: Schilder mit der Aufschrift „Fisch in Gefahr“ oder „Wegen Überfischung geschlossen“, die an Stränden aufgestellt werden sollen.

Die Anzahl und Qualität der eingereichten Arbeiten in diesem Jahr ist ausgezeichnet“, resümiert Kristin Louis, Geschäftsführerin Designerdock Berlin. Gerhard Wegner, der Präsident von Sharkproject International e.V. und einer der Juroren, zeigte sich besonders vom Sieger des Sonderpreises beeindruckt: „Ein Hai, der weint, ist sehr ungewöhnlich und damit aufmerksamkeitsstark, denn normalerweise wird der Hai immer als “das Böse” gesehen. Das Motiv des weinenden Haifisches spricht alle Menschen auf der ganzen Welt gleichermaßen an und zeigt, dass Haie genauso emotional sind wie andere Lebewesen auch.“ Neben Wegner gehörten der Jury an: Kurt-Georg Dieckert (TBWA\Germany), Eric Urmetzer (Tomorrow-Studios), Ljubomir Stoimenoff (Publicis Frankfurt), Jochen Pläcking (kleinundpläcking group) sowie Andreas Bödecker (Sharkproject e.V.).