Kreation des Tages :
Die Färöer Inseln und ihr eigener Google-Übersetzer

Die Inselbewohner halten zusammen: Gemeinsam übersetzen sie Sätze aus verschiedenen Sprachen - mit sehr persönlichen Livevideos in "Faroe Islands Translate".

Text: Susanne Herrmann

Faroeislandstranslate.com ist einladend: Das macht Lust auf einen Besuch der Inseln.
Faroeislandstranslate.com ist einladend: Das macht Lust auf einen Besuch der Inseln.

Die Aktion ist wahnsinnig charmant! Die Färöer Inseln begrüßen gern Touristen. Und tun das natürlich meist auf Englisch - wer spricht schon Färöisch? Als Fremdsprache ist es nicht sehr verbreitet - und Google Translate ist keine Hilfe, klagen die Färinger: Da kommt die Sprache nicht vor.

Aber natürlich gehört die Sprache zu Kultur des Landes, das der Tourist auf den 18 Vulkaninseln ja kennenlernen möchte. Die Färinger helfen sich selbst - mit einer eigenen Version von Google Translate. Die Webseite liefert aber nicht einfach geschriebenen Text, so wie Google - sondern persönliche Videobotschaften. Und selbst die Wartezeit bis dahin wird angenehm, informativ und witzig gestaltet.

Text eingeben, dann wird ein Färöer zum Übersetzen gesucht, der mit der "Kamera fummelt" - derweil liefert ein Video ein paar Eindrücke von der Landschaft. Die Videobotschaft kommt tatsächlich aber recht schnell. Bei unseren Versuchen mal nach rund 30, mal knapp 60 Sekunden.

Warten auf die Übersetzung bei Faroeislandstranslate.com.

Warten auf die Übersetzung bei Faroeislandstranslate.com.

Aus fertigen Videos auf der Seite lässt sich auswählen - die wichtigsten Phrasen sind hier schon drin.

Levi Hanssen von Visit Faroe Islands ist einer der Initiatoren des Projektes: "Wir haben eine wunderschöne Sprache und die möchten wir mit unseren Besuchern teilen. Viele Touristen sind enttäuscht, wenn sie feststellen, dass sie nicht ein paar einfache Worte per Google Translate übersetzen können. Wir wollen unseren Gästen helfen, und so hat sich eine Gruppe Färinger zusammengetan und Faroe Islands Translate ins Leben gerufen."

Es ist nicht das erste Mal, dass der kleine Inselstaat mit seinen 50.000 Einwohnern dem großen Konzern Google Paroli bietet: Im vergangen Jahr sorgten die Färöer dafür, dass Google Street View die Inseln kartiert - mithilfe von Aktionen wie "Sheep View".

Dieses Jahr hat im Zuge der Übersetzer-Aktion Ministerpräsident Aksel Johannesen einen Aufruf an Google gerichtet mit der Bitte, Färöisch als Sprache in Google Translate aufzunehmen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.