Welche Marketingmaßnahmen plant die Stadt?

Den ESC zu holen, war schon die beste Marketingmaßnahme überhaupt. Wir rechnen allein mit einem Werbewert von annähernd 200 Millionen Euro – die zahlreichen Aktivitäten der Sponsoren nicht mitgerechnet. Der NDR als Veranstalter wirbt selbstverständlich mit hohem Druck, die ansässigen Unternehmen nutzen dieses Ereignis, um sich ins internationale Schaufenster zu stellen. Aber die wichtigste Marketingmaßnahme verantworten die Bürger: Perfekte Gastgeber zu sein. Dabei werden sie von der Stadt Düsseldorf nach Kräften unterstützt.

In Düsseldorf gibt es viele Agenturen. Wie kam die Zusammenarbeit mit Ihnen zustande?

Der Oberbürgermeister Dirk Elbers kam selbst auf die Idee, sich bei zwei zentralen Fragen Unterstützung von außen zu holen: Was wollen wir anlässlich des ESC über Düsseldorf kommunizieren und wie wollen wir das tun? Dabei kam er auf Alexandra und mich, weil wir beide die Stadt schon seit Jahren an verschiedenen Stellen beraten haben.

Wie kann die Stadt Düsseldorf langfristig von diesem Event profitieren?

Gegenfrage: Wie profitiert eine Region von der Ausrichtung der Fußball WM oder der Olympischen Spiele? Genau das ist die Größenordnung. 120 Millionen Zuschauer werden damit an ihren Fernsehern erreicht und 42 Länder sind hier zu Gast. Das ist eine enorme Reichweite, um auf die touristischen, gastronomischen, kulturellen und ökonomischen Schokoladenseiten der Stadt aufmerksam zu machen. Oslo, der Gastgeber des letzten Jahres, hat allein knapp 11 Prozent mehr Touristen seit der Ausrichtung. Das würden wir in Düsseldorf gerne noch ein bisschen toppen.

Viele Städte hatten sich beworben: Warum ist Düsseldorf der ideale Ort für den Eurovision Song Contest?

Faktisch war die Düsseldorf Arena ausschlaggebend. Ihre Kapazität, ihre Ausstattung und ihre Logistik sind beispielhaft und der perfekte Ort für eine Veranstaltung dieser Dimension. Geografisch ist die Lage Düsseldorfs ideal für die An- und Abreise der hunderttausenden von Gästen aus dem In- und Ausland. Na, und was die Leidenschaft angeht, macht uns Düsseldorfern sowieso keiner was vor. Die Stadt fiebert regelrecht dem Ereignis entgegen. Das können Sie schon daran sehen, wie viele Freiwillige sich als so genannte VIP-Volunteers gemeldet haben, die während des ESC den Besuchern aus dem Ausland die Stadt abseits der Reiseführer zeigen wollen. Chapeau!

Haben Sie noch einen Ausgehtipp? Wohin nach und vor dem Contest?

Wer in den nächsten Tagen und Wochen nach Düsseldorf kommt, sollte sich unbedingt die Ausstellung „Zeitgeist und Glamour“ im NRW-Forum ansehen. Nach dem ESC wird es in Düsseldorf jede Menge neue, aufregende und überraschende Attraktionen geben, die allein dadurch entstehen, dass sich der Eurovision Song Contest wie eine Zündkerze auf neue Ideen auswirken wird.



Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Autor: Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.