Berliner Fashion Week :
"Epic Escape": Aus dem Bombenhagel auf den Catwalk

Zur Berliner Fashion Week interpretiert das Label "Epic Escape" den "Destroyed and Used Look" mit einer überraschenden Wendung. Denn hinter den Geschichten der Models verbirgt sich sehr viel mehr als Mode.

 

Text: Frauke Schobelt

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Auf den ersten Blick eine Modeanzeige des Labels "Epic Escape" - aber mit tieferer Bedeutung.
Auf den ersten Blick eine Modeanzeige des Labels "Epic Escape" - aber mit tieferer Bedeutung.

Auf den ersten Blick präsentierten die sechs Models den angesagten "Destroyed and Used Look", wenn sie in zerrissenen Jacken und Hosen für den prominenten Hamburger Fotografen Philipp Rathmer posieren. Doch um Mode geht es dem Label "Epic Escape" nicht. Sondern um die Fluchtgeschichten der sechs jungen Syrer, deren Heimat genauso zerstört und zerrissen ist wie ihre Kleidung.

Die Motive laufen im Rahmen der Berliner Fashion Week und imitieren die Hochglanz-Kampagnen der großen Modelabels. Ihre Aussage lautet jedoch nicht: "Kauf mich!". Sondern: "Die Welt besteht aus mehr als Looks." Initiatoren der Initiative sind die Agentur FCB Hamburg und das Spendenportal Betterplace.org.

"Epic Escape" erzählt die wahren Geschichten der syrischen Refugees. Zu den schlimmsten Erlebnissen der Chemie-Studentin Yara gehört zum Beispiel ein 62 Minuten währender Bombenangriff auf ihre Universität, den sie überlebt hat. Diese 62 Minuten haben für immer Yaras Leben verändert, weshalb die Ziffern groß und weithin sichtbar im Hintergrund zu sehen sind. BWL-Student Najd posiert mit einer großen Fünf im Hintergrund, weil er  fünf Angehörige im Syrienkrieg verloren hat und Feras hat eine Zwei im Rücken, weil er im Kreuzfeuer von zwei Terrorangriffen stand und überlebte.

Die Startmotive werden ab dem 16. Januar rund um die Fashion Week in Berlin mit Plakaten, Online-Bannern und Guerilla-Maßnahmen gelauncht. Außerdem gibt es ein Online-Video:

T-Shirts und Hoodies mit der Kampagnenbotschaft "#Menschlichkeit steht dir am besten" können im Zuge der Kampagne über Spreadshirt.de bestellt werden können. Der Verkaufserlös geht an Projekte auf www.zusammen-fuer-fluechtlinge.de. An diese Plattform, die mehr als 500 soziale Projekte unterstützt, fließen auch alle Spenden, die über die Webseite www.menschlichkeit.de generiert werden. Wer ein Online-Motiv anklickt, landet dort automatisch. Auf dieser Plattform berichten die Syrer nicht nur von ihrer Flucht, sondern auch über humanitäre Projekte, die sie unterstützen.

Die Initiatoren FCB Hamburg und Betterplace.org hoffen auf große Resonanz für ihre Interpretation des "Used and Destroyed Looks" im Umfeld der Fashion Week. Erste prominente Unterstützung findet die Kampagne bereits durch die Modedesignerin Sibilla Pavenstedt, die Schauspielerin Jana Pallaske, den Comedian Dave Davis, TV-Koch Steffen Henssler sowie Smudo und Fanta 4. Die Initiative "Epic Escape" wird vom Bundesministeriums des Innern gefördert. Weitere Partner unterstützen das Projekt pro bono: Die Draussenwerber, Sprd.net, Glow Media Group, Kiezhelden FC St. Pauli, Ultra-Ooh.de, Premium Group.

Hier sind die Credits: Philipp Rathmer (Fotograf), Film: Christoph Höhmann (Camerabuddy), Musik: Bernhard Raser, Postproduktion: Recom, Making of: Film Deluxe / Musik: Mokoh Musik, Berlin, Webdesign: Jessica Prautzsch. 

Die Sticker:

 


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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