Studie :
Freelancer haben spießige Arbeitszeiten

Einfach später anfangen oder spontan die Mittagspause verlängern. Laut einer Studie alles nur Klischee: Die deutschen Freelancer arbeiten zu den spießigsten Zeiten, die man sich vorstellen kann.

Text: Markus Weber

Die Arbeit wartet - egal, ob daheim oder im Büro.
Die Arbeit wartet - egal, ob daheim oder im Büro.

Überraschenderweise gilt dabei sogar: Je kreativer die Aufgabe, desto "unkreativer" die zeitliche Einteilung.

Die beliebteste Arbeitszeit unter Freischaffenden ist von 9 Uhr morgens bis mittags. In einer aktuellen Umfrage von Freelance.de gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, in diesem Zeitraum gerne zu arbeiten. Ein Drittel fängt sogar gerne bis zu drei Stunden früher an. Der Unterschied zu den Festangestellten ist damit - in dieser Hinsicht - gleich null.

Spätabends nach 21 Uhr arbeiten am ehesten noch freie IT'ler: das heißt etwa jeder Fünfte von ihnen. Unter freien Designern und Art Directoren setzen sich dagegen weniger als fünf Prozent nach 21 Uhr noch an den Schreibtisch.

Woran es liegt, dass auch Freelancer ganz gewöhnliche Arbeitszeitvorlieben haben?

Simon Gravel, Geschäftsführer von Freelance.de, hat dafür eine Erklärung: "Wer sich als Freelancer selbstständig macht, merkt schnell, dass ohne feste Strukturen nichts funktioniert. Viele vermissen die festen Arbeitszeiten im Büro und müssen neu lernen, sich zu organisieren." Ein Grund sei auch, dass Freelancer immer von Projektpartnern abhängig seien. "Und wenn die nur von 9-to-5 erreichbar sind, dann macht es auch für Freie Sinn, um diese Zeit zu arbeiten", so Gravel.

Eine Antwort auf den Bedarf nach festen Strukturen seien unter anderem Coworking-Spaces, in dem Freie, die auch von zuhause arbeiten könnten, in einem Büro zusammensitzen.

Freelance.de gilt mit rund 125.000 registrierten Nutzern als Deutschlands größter regionaler Marktplatz für Freischaffende und deren Auftraggeber.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.