GWA-Frühjahrsmonitor: Agenturen fahren neun Prozent Rendite ein

Von wegen Werbekrise: Die GWA-Agenturen konnten ihr Gross Income im vergangenen Jahr um durchschnittlich 6,4 Prozent steigern. Die durchschnittliche Umsatzrendite lag bei neun Prozent. Das ergibt sich aus dem GWA-Frühjahrsmonitor 2012.

Text: Markus Weber

Die im Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) organisierten Werbehäuser konnten ihr Gross Income im vergangenen Jahr um durchschnittlich 6,4 Prozent steigern. Die durchschnittliche Umsatzrendite der Agenturen lag bei neun Prozent. Das ergibt sich aus dem am Dienstag veröffentlichten GWA-Frühjahrsmonitor 2012 hervor. Die Umsatzsteigerung fiel damit 2011 etwas geringer aus als ein Jahr zuvor (2010: 7,5 Prozent). Im Krisenjahr 2009 hatte die Branche noch ein sattes Umsatzminus verzeichnet. Die GWA-Mitgliedsagenturen decken zirka 80 Prozent des relevanten Agenturmarktes ab.

Für das laufende Jahr rechnen die GWA-Mitglieder zwar mit einem geringeren Wachstum in Höhe von durchschnittlich nur 4,4 Prozent. Doch bei der erhofften Umsatzrendite sind die Agenturchefs für das laufende Jahr umso optimistischer. Im Schnitt rechnen sie mit einer Rendite in Höhe von 10,4 Prozent des Gross Incomes.

57 Prozent der Agenturen gehen 2012 fest von einer Umsatzsteigerung aus. 39 Prozent rechnen mit einem ähnlichen Umsatzniveau wie im Vorjahr, nur vier Prozent rechnen mit einem Rückgang (ein Prozent kann es derzeit noch nicht beurteilen). Knapp 70 Prozent des Gross Incomes für 2012 wähnen die Agenturen bereits heute in trockenen Tüchern.

63 Prozent der Agenturen haben im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter eingestellt. Lediglich 17 Prozent mussten betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Auf der Kostenseite berichten 62 Prozent der befragten Agenturen von gestiegenen Kosten im Jahr 2011. Ein Viertel spricht von gleichbleibenden, neun Prozent von zurückgegangenen Kosten. Am stärksten ausgebaut haben die Agenturen ihre Budgets für Personal und Weiterbildung. Dagegen hat fast ein Viertel der Häuser die Ausgaben für das Eigenmarketing eingedampft.

Im laufenden Jahr rechnen 36 Prozent mit weiter steigenden Kosten. 18 Prozent gehen von sinkenden Kosten aus. 42 Prozent erwarten keine Veränderung. Dennoch stellen für 57 Prozent der Agenturchefs die wachsenden Personalkosten und der Fachkräftemangel die größten Herausforderungen dar.

Bei den Agentur-Einnahmen bilden Projekthonorare mit 45,7 Prozent eindeutig den Löwenanteil, gefolgt von Pauschalhonoraren (28,6 Prozent), Einnahmen auf der Basis von Scope-of-Work-Vereinbarungen (17,7 Prozent) und Provisionen (7,9 Prozent).

Was die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage betrifft, so glauben 68 Prozent der Agenturchefs, dass es 2012 keine wesentliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr geben wird. Elf Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, zehn Prozent mit einer Verbesserung der Gesamtkonjunktur.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.