Werbeholding :
Havas-Mehrheitseigner Bolloré unter Korruptionsverdacht

Vincent Bolloré, langjähriger Havas-Chairman und Mehrheitsaktionär der Werbeholding, ist von der französischen Polizei wegen Korruptionsverdachts vernommen worden.

Text: Markus Weber

Vincent Bolloré hat Ärger mit der französischen Justiz.
Vincent Bolloré hat Ärger mit der französischen Justiz.

Das berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Die Werbeholding Havas selbst bestätigt lediglich, dass am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen "einen Angestellten eines ihrer französischen Tochterunternehmen" eingeleitet worden sei. Die Gruppe kooperiere mit den Justizbehörden. Es gelte aber die Unschuldsvermutung.

Den Berichten zufolge geht es um den Vorwurf der Korruption in den westafrikanischen Ländern Guinea und Togo. Dort soll die Groupe Bolloré, Mehrheitseigentümerin von Havasihre Unterstützung in Präsidentschafts-Wahlkämpfen zugesichert haben. Im Gegenzug sollen Bolloré lukrative Konzessionen im Hafengeschäft in Aussicht gestellt worden sein. Die umstrittenen Vorgänge liegen knapp zehn Jahre zurück. Bolloré kam bei den besagten Hafen-Deals später tatsächlich zum Zug. Der Milliardär, der über seine Holding auch 20 Prozent am Medienkonzern Vivendi besitzt, weist alle Anschuldigungen zurück.

Die internationale Werbeholding Havas wird seit vier Jahren von Vincents Sohn Yannick Bolloré geführt. Zu der Gruppe gehören Agenturen wie Havas WorldwideBETCArnold und Havas Media.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.