Studie :
Marketing-Studenten geben Digitalagenturen keine Zukunft

Über 80 Prozent der von Publicis europaweit befragten 2000 Marketing-Studenten glauben, dass reine Social-Media- und Digitalagenturen innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett vom Markt verschwinden werden.

Text: Markus Weber

22. May. 2013 - 8 Kommentare

Über 80 Prozent der von Publicis europaweit befragten 2000 Marketing-Studenten glauben, dass reine Social-Media- und Digitalagenturen innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett vom Markt verschwinden werden. Stattdessen würden künftig Content Marketing und eine PR-getriebene Denk- und Herangehensweise die gesamte Werbelandschaft prägen, glauben 70 Prozent der Befragten. In der Umfrage gaben 90 Prozent an, Social Media müsse zum Standard für alle Marketingtreibende werden - es handle sich dabei nicht um eine einzelne Disziplin. Auf die Frage, welche jüngeren Kommunikationsauftritte sie am meisten bewundern, nennen die meisten - nämlich 44 Prozent - Red Bull Stratos. 20 Prozent waren begeistert von der Nike-Kampagne "My time is now", 19 Prozent von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London. Wenn sie ihren Arbeitgeber frei auswählen könnten, dann würden die meisten später am liebsten bei Apple ihre Brötchen verdienen (44 Prozent).

Zugleich betrachten sich die Studienteilnehmer - laut Publicis die Marketingentscheider von morgen - selber überhaupt nicht als "Digital Natives", als welche sie von der vorhergehenden Generation gerne betitelt werden. Die befragten Studenten waren alle zwischen 20 und 25 Jahre alt. Erst die Generation, die nach ihnen komme, könne man als "True Digital Natives" bezeichnen, meinen 70 Prozent der Befragten.

78 Prozent der Marketing-Studenten beklagen sich über unbezahlte Praktika in Agenturen und/oder Marketingabteilungen. 26 Prozent der Befragten haben schon drei Monate lang ohne Bezahlung gearbeitet, 45 Prozent zwei Monate lang - eine Minderheit von fünf Prozent sogar ein halbes Jahr lang. Durchgeführt wurde die Umfrage in Zusammenarbeit mit der Mediaschool Group (MSG), die unter anderem in Frankreich, Großbritannien, Spanien und Belgien vertreten ist.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



8 Kommentare

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Anonymous User 23. Mai 2013

Die Trennung von Klassik und Digital hat keine Zukunft. Hier wird - vor allem bei großen Agenturen - immer noch so getan, als ob es da trennscharfe Unterscheidungen gibt.
Genauso wie die Ego-Denke, dass an erster Stelle die persönliche Mappe mit möglichst spektakulären Arbeiten zu kommen hat. Agenturen und deren "Kreative" - egal ob digital, Social Media oder klassisch - sollten integriert arbeiten und sich mehr Gedanken darum machen, wie sie die Produkte oder Dienstleistungen ihrer Kunden möglichst erfolgreich verkaufen können, anstatt immer neue spektakuläre Kampagnen zu planen, die viel kosten aber unterm Strich den Aufwand bei weitem nicht rechtfertigen. Egal ob Klassik, Digital oder Social Media: ein bisschen weniger Ego und ein bisschen mehr Kundenorientierung wäre generell kein Fehler.

Anonymous User 22. Mai 2013

Nachgereicht der Link zur Umfrage!
http://www.mediaschool.eu/NextGeneration.pdf

Anonymous User 22. Mai 2013

Vielleicht machen die Teilnehmer (oder auch die Designer der Studie) doch nochmal ein Praktikum in der realen Welt.

Anonymous User 22. Mai 2013

Anbei mein Kommentar geblogged!
http://eaglepowder.com/2013/05/sind-digital-und-socialmedia-agenturen-in-10-jahren-tot/
Mir fehlt übrigens der Link zur Umfrage!

Anonymous User 22. Mai 2013

Ich habe kürzlich die Kindergartengruppe meiner Tochter befragt. Sie sagen, dass vor allem die Werbung von "Barbie", "Lego" und die "Lolli-Promotion des Kiosks um die Ecke" sie nachhaltig beeindruckt haben.
Die Teilnehmer der Befragung möchten am liebsten Feuerwehrmann, Astronaut, Tierärztin und Model werden.

Hat diese Reklame-Gazette eigentlich eine Redaktion? Oder zumindest jemanden mit Abitur im Bekanntenkreis?

Anonymous User 22. Mai 2013

Meinem Verständnis nach, sind doch Digital-Agenturen sehr breit aufgestellt? Social-Media ist hierbei nur ein kleiner Teil neben SEO/SEM, Themenmanagement, Content, Management, Webentwicklung, Appentwicklung, und vieles mehr... die "PR-getriebene Denk- und Herangehensweise" ist längst gegeben bzw. die zugrunde liegende Strategie für alle digitalen Umsetzungen.

Anonymous User 22. Mai 2013

Und 98% meinten, da "müsse man aber durch".

Anonymous User 22. Mai 2013

Sollten wirklich Digital-Agenturen zusammen mit Social-Media-Agenturen in einen Topf geschmissen werden? Bei SMAs kann ich mir eine Marktkonsolidierung definitiv vorstellen, aber Digital-Agenturen machen ja weitaus mehr als nur Social Media...

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