Omnicom und Interpublic: Joint-Venture zur Betreuung des Chevrolet-Etats

Das gab es noch nie: Dass zwei der großen, weltweit konkurrierenden Werbe-Holdings eine gemeinsame Agentur zur Betreuung eines Großkunden gründen, ist eine absolute Premiere. Das Beispiel Chevrolet zeigt: Es gibt keine Denkverbote mehr.

Text: Markus Weber

- keine Kommentare

Die beiden globalen Werbe-Holdings Omnicom (u.a. BBDO, DDB, TBWA) und Interpublic (McCann Erickson, Draftfcb, Lowe and Partners) gründen eine gemeinsame Agentur zur Betreuung der GM-Automarke Chevrolet. Das Joint Venture hört auf den Namen Commonwealth. Die beiden Konzerne werden jeweils 50 Prozent an der neuen Agentur halten, deren einzige Aufgabe darin besteht, den milliardenschweren Chevrolet-Kreativetat weltweit zu betreuen.

Sitz der neuen Agentur wird Detroit sein, wo auch GM seine Zentrale hat. Die Werbeschmiede soll vom Start weg 280 Mitarbeiter haben. Geführt werden soll Commonwealth von einem gemeinsamen Global Board, das sich aus Managern der beiden bisherigen Chevrolet-Agenturen Goodby Silverstein & Partners (Omnicom-Gruppe) und McCann Erickson (Interpublic) zusammensetzt. Erstere war bei Chevrolet bislang für den US-Markt zuständig, McCann Erickson unter anderem für Lateinamerika und Japan.

Seit Jahren bereits nimmt der Druck internationaler Konzerne auf die Agentur-Holdings zu. Das Ziel: immer weitere Kostensenkungen. So ist es bei Global Playern inzwischen weit verbreitet, dass nicht mehr einzelne Agentur-Networks im Pitch gegeneinander antreten, sondern gleich die ganze Holding als solche.

Auch GM verfolgte im vorliegenden Fall in erster Linie das Ziel, die Kosten zu senken und die Anzahl der für Chevrolet tätigen Agenturen radikal zu beschneiden.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit