Auf der W&V-Fanpage auf Facebook wird über das Thema heftig diskutiert. Unter anderen Agenturchefs (siehe Reaktionen unten in der Bildergalerie) erhält Strerath einerseits viel Unterstützung; andere machen aber auch darauf aufmerksam, dass das eigentliche Problem nicht auf Kundenseite, sondern bei den Agenturen selbst liege - da es immer genug Häuser gebe, die sich von sich aus anböten und es noch billiger machten.

"Der Grund, warum Auftraggeber sich Agenturen gegenüber so verhalten, hat auch damit zu tun, dass Agenturen durch ihr Handeln und durch ihren falschen Fokus jegliche Glaubwürdigkeit und Ansehen verspielt haben", meint der weltweite DDB-Kreativchef Amir Kassaei und verweist dabei auf die wachsende Kluft zwischen Goldideen einerseits und tatsächlicher Werbung andererseits.

Auch gehen die Meinungen darüber auseinander, ob es richtig war, dass Strerath öffentlich Ross und Reiter genannt hat. "Ich persönlich finde, der Name lenkt zu sehr vom Kern des Themas und von all den gleichartigen Fällen ab, die gleichzeitig passieren und über die nicht berichtet wird", sagt Achtung-Chef Mirko Kaminski, der im vergangenen Jahr in einem Online-Video öffentlich einen Gratis-Pitch absagte. Aber auch er findet: "Solche Vorkommnisse gehören diskutiert. Sie regen Unternehmen und vielleicht auch einige dieser willfährigen Agenturen zum Nachdenken an, die sich bereitwillig auf sowas einlassen und dabei außer acht lassen, dass sie sich so auf mittlere Sicht ihr eigenes Grab schaufeln." (mw/lhe)


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.