Agenturhonorare :
Publicis-CEO Lévy: "Abrechnung nach Stunden muss aufhören"

Maurice Lévy wendet sich mit einem leidenschaftlichen Appell an die Werbungtreibenden: Er fordert das Ende der Abrechnung nach Arbeitsstunden in der Agentur. Dieses Modell akzeptiert zu haben, sei "der große Fehler unserer Branche" gewesen. Ihm schwebt eine neue Lösung vor.

Text: Markus Weber

Maurice Lévy wendet sich mit einem leidenschaftlichen Appell an die Werbungtreibenden: Der Publicis-Boss fordert das Ende der Abrechnung nach angefallenen Arbeitsstunden in der Agentur. Dieses Modell akzeptiert zu haben, sei "der große Fehler unserer Branche" gewesen und ein völlig falscher Ansatz. Er sei immer dagegen gewesen, beteuert Lévy im Gespräch mit dem britischen Fachdienst "Campaign". Dass es überhaupt so weit gekommen sei, gehöre zu den größten Frustrationen seines Berufslebens.

Lévy verlangt, dass sich Werbungtreibende und Agenturen an einen Tisch setzen und zusammen ein tragfähiges Abrechnungsmodell für die Zukunft entwickeln. "Weiter zu machen wie bisher, würde bedeuten, dass sich die werbenden Unternehmen selber schaden", so Lévy. Schon in wenigen Jahren würden sie die Folgen zu spüren bekommen.

Die Agenturen würden für das, was sie leisten, nicht angemessen entlohnt. Die Bezahlung sollte sich eher nach dem Output und nicht so sehr nach dem Input richten. Lévy schwebt eine Art Pauschalhonorar plus Lizenzgebühren für Kampagnen-Nutzungsrechte vor. Der Mehrwert für Marken lasse sich nicht in Arbeitsstunden bemessen.

Zur Publicis-Gruppe gehören Marken wie Publicis PixelparkSaatchi & Saatchi, Leo Burnett, Zenith OptimediaStarcom Mediavest, VivakiSapient Nitro, DigitasLBi, Razorfish, MSL und Metadesign. Weltweit lag die operative Marge der Gruppe im vergangenen Jahr bei 15,5 Prozent, allerdings begünstigt durch positive Wechselkurseffekte. In Europa bewegte sich die Marge bei 11,1 Prozent.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.