Magna Global :
Rabatt-Urteil: Haribo verliert gegen Mediaplus

Haribo verliert im Rechtsstreit gegen seine ehemalige Mediaagentur Mediaplus. Vertragslücken machen einen Zugriff des Werbekunden auf Bündelungs-Rabatte der Einkaufsholding Magna Global unmöglich.

Text: Judith Pfannenmüller

Im Rechtsstreit zwischen Haribo und seiner Ex-Mediaagentur Mediaplus hat der Senat des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) die Klage des Süßwarenherstellers Haribo gegen die Serviceplan-Tochter Media­plus abgewiesen – und eine Revision nicht zugelassen. Das berichtet der "Kontakter" in seiner aktuellen Ausgabe vom 7. August. Haribo hatte Media­plus verklagt, weil die Kölner der Meinung waren, Mediaplus habe ihnen Rabatte vorenthalten, die die Agentur über ihre Einkaufsholding Magna Global Media Plus (MGMP) erwirtschaftet hatte. Magna Global bündelt neben Media­plus auch die Einkaufsvolumina der Kunden von Initiative Media und Universal McCann und erhält für die gebündelten Kunden-Werbegelder in Milliardenhöhe zusätzliche Rückvergütungen wie Freispots von den Vermarktern der Medien.

Media­plus war der Ansicht, dem Kunden alle ihm vertraglich zustehenden Rabatte weitergeleitet zu haben. Dieser Auffassung folgte nun das OLG München.  "Freispots, die von den Sendern an Magna Global fließen, mögen zwar durch die Aufträge der Klägerin mit verursacht sein", schreiben die Richter. Magna Global müsse diese Rabatte aber nicht an die Klägerin weitergeben und deswegen darüber auch keine Auskunft erteilen. Die Richter verweisen auf die "Umstände des Einzelfalls, insbesondere die vertraglichen Regelungen zwischen den Parteien". (jup/fze/tn)

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Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.