Kreation des Tages :
Skittles setzt Kontrapunkt zum Muttertag

Traditionell geht es am Muttertag um Liebe und Nähe. Auch in der Werbung. Skittles reizt die Bindung zur Mutter mit dem neuesten Spot schmerzhaft aus - und punktet damit nicht nur bei seiner Zielgruppe.

Text: Christa Catharina Müller

Skittles zum Muttertag: Ein Spot, der nur als Warnung verstanden werden kann.
Skittles zum Muttertag: Ein Spot, der nur als Warnung verstanden werden kann.

Sonntag ist Muttertag. Wer das nicht wusste, merkt es in der Werbepause. Plötzlich wollen alle Liebe und Nähe signalisieren: Nivea, Hipp, Opel. Friede, Freude, Eierkuchen. Das war letztes Jahr so und wird auch dieses Jahr so sein.

Anders Skittles. Um genauer zu sein: genau das Gegenteil. Die Wrigley-Marke reizt mit dem neuen Spot die Bindung zur Mutter schmerzhaft aus. Zunächst sieht alles noch ganz harmlos aus. Ein nicht mehr ganz so junger Mann sitzt neben seiner Mutter auf dem Sofa. Sie nascht zuckerumhüllte Kaudragees, er errät jedes Mal die Sorte.

Doch dann rückt diese seltsame Riesen-Nabelschnur ins Bild.

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Etwas abstoßend ist die Idee ja schon. Doch anstatt - wie all die anderen Marken - vor und am Muttertag für mehr gemeinsame Zeit und Kuscheleinheiten zu plädieren, rät Skittles den Zuschauern indirekt, sich von der Mutter abzunabeln. Das dürfte - ehrlicherweise - auch den Müttern gefallen. Denn wer will schon ein 30-jähriges Kind durchfüttern?

Zur Anti-Strategie von Skittles passt auch der Satz, mit dem dieser untypische Muttertags-Spot endet: "I miss dad." Entwickelt wurde der 30-Sekünder von DDB Chicago.


Autor:

Christa Catharina Müller
Christa Catharina Müller

Christa Catharina Müller ist Teil des Teams Digital Storytelling, der Entwicklungsredaktion des Verlags Werben und Verkaufen. Sie ist verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung von Podcasts. Daneben experimentiert sie regelmäßig mit anderen Erzählformaten. Bevor sie zu W&V kam, war sie als freie Autorin mit den Schwerpunkten Mode und Digital tätig.