Agenturkultur :
So arbeitet es sich bei ... SinnerSchrader

Eine Runde digitaler Tischkicker, bitte! SinnerSchrader liebt auch intern das Digitale. HR-Geschäftsführerin Peggy Hutchinson erzählt mehr dazu.

Text: Anja Janotta

Peggy Hutchinson, Geschäftsführerin bei SinnerSchrader.
Peggy Hutchinson, Geschäftsführerin bei SinnerSchrader.

"Wir machen es einfach" ist einer der Werte, die SinnerSchrader intern lebt. Das ist im Digitalgeschäft nicht immer so leicht. Interne Campusveranstaltungen sorgen dafür, dass alle auf Stand bleiben. Mehr zur Agenturkultur im Haus erzählt Peggy Hutchinson, Geschäftsführerin für "People & Culture". Nummer 18 der Agentur-Porträts.

Gibt es in Ihrer Agenturgruppe Berufsfelder und Jobs, die lange unbesetzt bleiben und für die Sie händeringend nach Personal suchen?  Was tun Sie, um gute Leute zu bekommen?

Aufgrund des stetigen Wachstums der gesamten Agenturgruppe sind wir grundsätzlich immer auf der Suche nach Talenten aus allen Tätigkeitsfeldern von SinnerSchrader (Engineering, Design, Strategie, Advisory, Content, Kommunikation, Mobile, E-Commerce), um digitale Produkte und Services vorantreiben zu können. In erster Linie sind Product Engineers gesucht. Wir nutzen die einschlägigen Netzwerke sowie unsere SinnerSchrader Social-Media Kanäle, und schauen dabei auch längst auf dem globalen Arbeitsmarkt nach zu uns passenden Kollegen.

Und ganz klar kann man sagen: Qualifizierte, gute Menschen ziehen weitere gute Menschen an. Und deshalb geht bei uns viel über ein Empfehlungsmanagement der Kollegen sowie über unser eigenes über die Jahre hinweg aufgebautes Netzwerk.

Des Weiteren gibt es Partnerschaften mit Universitäten wie z. B. der Berliner Code Universität, die Teilnahmemöglichkeit an Camps, Meet-ups und an unseren eigenen Konferenzen wie die NEXT, eine Konferenz rund um die digitale Transformation.

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starke Arbeitgebermarke gefunden? Ja? Welches ist Ihres?

Die Unternehmenswerte und eine starke Unternehmenskultur werden von der Geschäftsführung vorgelebt. Das Motto dabei: No alpha leaders, no beta teams. Man hat in 22 Jahren SinnerSchrader gelernt, dass es der Agentur nur dann gut geht, wenn es den Mitarbeitern gut geht. Dabei sind Führungsleitlinien oldschool, jeder von uns muss täglich Entscheidungen treffen und kann sich nicht hinter seiner Führungskraft verstecken. Was uns dabei wichtig ist, haben wir zusammengefasst und als sogenannte "Pulses" ins Leben gerufen:

Wir kämpfen mit Leidenschaft für das beste Gesamtergebnis

Wir handeln im Sinne des großen Ganzen

Wir schenken Vertrauen

Wir leben Empathie

Wir suchen Chancen

Wir machen Mitarbeiter erfolgreich

Wir machen es einfach

 

Die Cafeteria ist gleichzeitig Coworking-Space.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu

a, Home-Office

Wir versuchen, viel möglich zu machen, um unsere Mitarbeiter langfristig zu binden. Home-Office ist dabei nicht unser Fokus Thema. Das Studiomodell von SinnerSchrader lebt mit und durch unsere Mitarbeiter, unsere Studios bilden eine berufliche Heimat und einen kreativen Ort für unsere Kollegen. Deshalb versuchen wir, Home-Office Regelungen individuell nach den Bedürfnisses des Mitarbeiters zu betrachten und gemeinsame Lösungen zu entwickeln, wenn dies gewünscht ist. Wir haben verschiedene Modelle, von Remote Arbeitsplätzen, weil zum Beispiel. ein Mitarbeiter die Stadt verlässt aber gern weiterhin für uns arbeiten möchte, bis hin zu Eltern, die ihre Kindern versorgen wollen und dennoch vierzig Stunden pro Woche arbeiten möchten. Wir schauen uns gemeinsam mit den Mitarbeitern die Bedürfnisse an, die zu dem Wunsch nach Home-Office führen und erarbeiten entlang dieser Bedürfnisse - oder manchmal auch Erfordernisse - individuelle Lösungen. Eine standardisierte Lösung wollen wir von daher auch nicht.

b, Sabbaticals 

Grundsätzlich bieten wir verschiedene Ansparmodelle für längere Auszeiten (aka Sabbaticals) an. Der Begriff des Sabbaticals hat sich meines Erachtens jedoch über die Jahre hinweg deutlich verändert. Einst ist der Mitarbeiter für sechs-zwölf Monate ausgeschieden und kam dann wieder, oder es wurde eine ganz neue berufliche Richtung eingeschlagen. Heute sind die Wünsche und Bedürfnisse anders. Am Ende ist es oftmals der Wunsch nach einem verlängerten Urlaub für eine lang ersehnte Fernreise, einen Yoga Trainerschein, etc. Die Erfüllung danach gestalten wir gemeinsam mit dem Mitarbeiter. Natürlich muss eine längere Abwesenheit immer in das aktuelle Projektgeschehen passen.

c, flexible Arbeitszeiten

Wir haben eine innovative Unternehmenskultur mit den verschiedensten Arbeitsweisen. Wir ermöglichen unterschiedlichste Arbeitszeitmodelle und schaffen individuelle Lösungen für die jeweiligen Bedürfnisse und Lebensmodelle unserer Kollegen.

d, Job-Tausch mit anderen Niederlassungen, bzw. Partner-Unternehmen

Ja, auch das ist machbar. Da wir crossfunktional und sehr agil arbeiten ist es für uns selbstverständlich, dass teilweise ganze Teams länger in einem unserer Studios in den Städten Berlin, Frankfurt, München oder Prag arbeiten können. Und wenn es innerhalb eines sinnstiftenden und inspirierenden sowie zeitlich klar definierten Rahmens ist, sind Kollegen auch mal für einige Zeit bei Wettbewerbern oder Partnern.

e, Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts?

Das wiederum ist quasi eine Herzensangelegenheit von SinnerSchrader. Unsere Mitarbeiter haben den Freiraum, Dinge einfach zu machen. So entsteht aus Skill Groups etwas Neues, oder z. B. das Digital Design Tool Alva.

Eine Schaukel für den Bewegungsdrang.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter? (Und wenn ja, haben Sie eventuell ein Foto davon für uns?)

Wir veranstalten interne Campusveranstaltungen, die zur Vertiefung aktuell spannender digitaler Themen sowie zur persönlichen Weiterbildung angeboten werden. In Hamburg haben wir eine neue Cafeteria (bei uns gibt es jeden Tag Frühstück für alle Mitarbeiter) mit einem extra langen Tisch. Dieser wird sehr gerne von Kollegen aus allen Bereichen inklusive der Geschäftsführung genutzt, hier trifft man sich zum Austausch, zum gemeinsamen Arbeiten - oder einfach nur auf einen Kaffee…

Inspirierende Räumlichkeiten sorgen  außerdem für eine angenehme Arbeitsatmosphäre und unser digitaler Kicker ist eine selbstentwickelte Errungenschaft, auf die unsere Mitarbeiter sehr stolz sind .

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Mitarbeiterzufriedenheit erfahren wir über direkte Gespräche. Wir hören zu und sind offen für Belange. Im letzten Jahr haben wir zwei Umfragen durchgeführt, damit wir im Rahmen des Zusammenschlusses mit Accenture (SinnerSchrader ist seit April 2017 Teil von Accenture Interactive) noch besser verstehen lernen, was die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter wirklich ausmacht.

Hand aufs Herz: Wie hoch ist bei Ihnen die Frauenquote?

Wir haben 35% weibliche und 65% männliche KollegInnen.

Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45? Und unter 25?

Das Durchschnittsalter liegt bei 34 Jahren.

Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt?

Die Firmenzugehörigkeit liegt bei durchschnittlich 5 Jahren.

Der digitale Tischkicker

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Um gut organisiert zu arbeiten, kann es hilfreich sein, einen leeren Schreibtisch zu haben. Wenn Mitarbeiter aber das Gefühl haben, die Übersicht für ihren Job auch inmitten der Fotos ihrer Liebsten zu haben, warum nicht! Jeder soll sich seinen Arbeitsplatz so einrichten, wie er sich wohl fühlt, sich seine ganz persönlichen Bedingungen für ein gutes Arbeitsklima schaffen.

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Wir legen unsere Gehälter nicht offen. Grundsätzlich finde ich den Ansatz interessant, das kann sicherlich ein relevanter Aspekt für die Zukunft sein. Ebenso glaube ich aber auch, dass durch kontextloses Offenlegen der Gehälter erstmal nichts gewonnen wird. Die gesamte Unternehmenskultur muss sich auf diesen Schritt vorbereiten.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Das ist nicht durch eine allgemeine Zahl zu beantworten. Der Verdienst eines Juniors hängt von der Ausbildung und den universitären Vorerfahrungen sowie Praktika ab und variiert zwischen 32.000 und 40.000 Euro pro Jahr.

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.