Sie arbeiten bereits seit 2007 für Mercedes-Benz Trucks und andere Kunden. Warum gründen Sie jetzt eine Agentur? Was sind Ihre Ziele?

Die Internashville zu gründen, lag für uns auf der Hand, nachdem wir mehr und mehr für Werbung, Produkt- oder Imagefilme Auftragsproduktionen und das Music Supervising durchgeführt haben. Zudem ist der Bedarf der Marken groß, über die Emotionalisierung eines Produktes durch „echte“ Musik von „echten“ Musikern mehr zu erfahren und kompetent beraten zu werden. Wir schreiben also nicht nur die Musik zur Werbung, sondern wissen auch genau, was dadurch bewirkt werden kann und bieten einen Mehrwert im Mediamix.

Zudem betreut Internashville seit geraumer Zeit das Management von Band und Brand „The BossHoss“ und verfügt neben dem hauseigenen Ton-Studio, Publishing und Label, über ein breites Netzwerk in alle Bereiche der Musikbranche. Es war also höchste Zeit, mit diesen Angebot offiziell an den Markt zu gehen.

Sie kennen beide Welten, das harte Musikbusiness und die Werbebranche. Inwiefern profitieren Sie in der einen Welt von den Erkenntnissen aus der anderen?  Und was haben Ihre Kunden davon?

Wir sind Realisten. Beide Welten kennen wir genau – von innen, wie von außen und fügen sie mit Internashville zusammen. Wir wissen, wie es sich anfühlt, vor der Bühne, auf der Bühne und hinter der Bühne zu stehen. Wir kennen jeden Blickwinkel. Wir machen Musik und managen sie. Wir wissen, wie die jeweilige Zielgruppe tickt, was sie braucht, was sie begehrt, und was nicht. Das ist bei jedem Produkt, das man auf den Markt bringt die Grundvoraussetzung zum Erfolg.

Die Werbebranche ist genauso hart wie die Musikbranche. Der Verdrängungsmarkt ist enorm, wer Fehler macht, fliegt aus dem Wettbewerb raus. Wir können uns weder auf der Bühne, noch in der Werbung leisten, Schwächen nicht auszumerzen. Wir behaupten aber auf der anderen Seite auch nicht, die allwissenden Experten zu sein – die gibt es nämlich nicht. Wir lernen jeden Tag dazu und das ist auch gut so! Aus mehr als 20 Jahren Berufserfahrung – egal auf welcher Seite – ziehen wir unsere Kernkompetenzen, die wir mit unserem Internashville-Team täglich pflegen, hegen und ausbauen.

Als Musiker sind Sie viel unterwegs. Wie viel Zeit werden Sie in die Arbeit für Internashville investieren können und wie organisieren Sie das Ganze?  

Wir sind kein Handwerksbetrieb, in dem wir unsere Stunden berechnen. Wir lieben was wir tun. Unser Leitspruch "With passion for music" lässt sich nicht in Zeitaufteilungen bemessen. Leidenschaft hat keine Zeitrechnung. Außerdem haben wir ein stetig wachsendes Team von Gleichgesinnten, und einen großen musikalischen Kreativ-Pool um uns geschart.

Im Mai feiert das Festival des Art Directors Clubs sein 50-jähriges Bestehen. Beim ADC-Wettbewerb werden wieder die besten Arbeiten aus Deutschland ausgezeichnet.  Sind solche Veranstaltungen spannend für Sie? Und welche aktuelle Werbung gefällt Ihnen richtig gut?

Diese Art von Veranstaltungen sind wie der Echo in der Musik. Jeder will den Preis, jeder hat ihn verdient, da jeder aus seiner Perspektive alles richtig gemacht hat. Wir wären Gott, hier zu urteilen. Werbung wirkt sehr unterschiedlich auf Menschen. Wir können Geschmacksrichtungen vorgeben und eine Wirkung beeinflussen. Aber am Ende entscheidet der Konsument. Werbung ist immer dann gut, wenn sie uns als Verbraucher überrascht – dann bleibt sie im Kopf – wie gute Musik.

Ein Leben zwischen Musik und Werbung kennen auch die Gründer der Band "De Fofftig Penns": Torben Otten und Georg Baur arbeiten als CDs bei Thjnk, auch Philipp Poisel ist gelernter Grafik-Designer. Offenbar machen also Werber gerne Musik. Und was gibt Ihnen die Werbung?

Musik transportiert Emotionen. Es geht um Liebe, Ärger, Spaß, Sehnsucht, Träume, Wunschvorstellungen, Revolution usw. Menschen werden davon angesprochen, berührt und sie finden sich darin wieder. Das versucht die Werbung auch. Musik oder Werbung zu machen erfordert Kreativität und man braucht Talent, die im eigenen Kopf entstandenen Bilder und Emotionen mit dem idealen Transportmittel so auf die Reise zu schicken, dass sie andere erreichen.



Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Autor: Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.