Kreation des Tages :
Toyota bremst junge Raser mit Mamas Playlist aus

Toyota und die Agentur Saatchi & Saatchi aus London haben eine App für sicheres Fahren entwickelt: Wenn der Fahranfänger zu viel Gas gibt, läuft krasse Musik.

Text: Susanne Herrmann

Mit uncooler Musik wollen Saatchi & Saatchi und Toyota junge Autofahrer vom Leichtsinn kurieren.
Mit uncooler Musik wollen Saatchi & Saatchi und Toyota junge Autofahrer vom Leichtsinn kurieren.

Endlich Führerschein, endlich unabhängig: Selbst fahren zu können ist für Jugendliche ein großer Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Und leider für viele der schnelle Weg auf den Friedhof. Manche Fahranfänger neigen dazu, sich zu überschätzen. Einige erliegen der Versuchung, mit hohen Geschwindigkeiten anzugeben, andere lassen sich von den eingehenden Nachrichten auf ihrem Smartphone ablenken (das ist aber auch bei vielen geübten Fahrern eine leider immer häufigere Unfallursache).

Es gibt schon ein paar Apps, die vor allem letzteres verhindern sollen: Wer sie einschaltet, kann das Mobiltelefon während der Fahrt nicht benutzen - außer zum Telefonieren, sofern er eine Freisprechanlage hat.

Toyota geht einen Schritt weiter. Die App "Safe & Sound", entwickelt von der Londoner Agentur Saatchi & Saatchi, blockiert natürlich ebenfalls eingehende Nachrichten und Social-Media-Benachrichtigungen sowie Anrufe, sobald der Fahrer schneller fährt als etwa 15 Kilometer pro Stunde. 

Außerdem aber ist sie mit der Spotify-Liste der Eltern des Fahrers verbunden - und das kann für einige Jugendliche wirklich eine krasse Strafe sein. Denn wenn der Fahranfänger die festgelegte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, spielt die App die Lieblingsmusik der Eltern ab.

Die Idee dahinter: Kids zu nerven ist wirkungsvoller als sie zu ermahnen.

Mit welchem Auto er unterwegs ist, ist übrigens egal: Ein Toyota muss es nicht sein, aber ein Android-Handy und ein Spotify-Premium-Abo sind erforderlich.

Die App müssen sowohl ein Elternteil als auch der Sprössling laden. Die Handys werden vor der Fahrt mit dem elterlichen Auto gekoppelt; die Eltern erlauben die Fahrt mithilfe eines virtuellen Autoschlüssels. Sobald sich das Auto bewegt, schaltet das Smartphone des Fahrers auf den Nicht-stören-Modus, verhindert eingehende Nachrichten und misst die Geschwindigkeit und ob das Smartphone bedient wird.

Belohnung muss sein: Sobald sich der junge Fahrer wieder angemessen verhält, läuft seine Musik weiter.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.


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