HB-Kolumne :
Über das Geheimnis zufriedener und motivierter Mitarbeiter

Kampf der inneren Kündigung: Der erfahrene Top-Werber Frank Dopheide erklärt das Geheimnis einer zufriedenen und motivierten Belegschaft.

Text: Markus Weber

21. Nov. 2012 - 5 Kommentare

Frank Dopheide, der Chairman von Scholz & Friends Düsseldorf, wundert sich immer wieder: "Vitaminfrühstück, 360-Grad-Benchmarking und Employer-Branding sind heute gang und gäbe. Nie war das 'Humankapital' so wertvoll wie heute." Aber warum kommt das dort - bei den Mitarbeitern - nicht an, trotz "Berge von Büchern und Horden von Beratern, die den Markt übervölkern."

Genau darüber macht sich Dopheide, der auch Inhaber der auf Persönlichkeitsmarketing spezialisierten Agentur Deutsche Markenarbeit ist, Gedanken in einer aktuellen Gastkolumne für das "Handelsblatt". Die innere Kündigung werde immer mehr zum Bremsklotz der Wirtschaft und koste deutsche Unternehmen jährlich 230 Milliarden Euro.

Was die Mitarbeiter wirklich motiviert, das veranschaulicht Dopheide am Beispiel der Südpol-Expedition von Sir Ernest Shackleton im Jahr 1915: Auf die richtige Mischung aus Sicherheit (also: Vertrauen in den Chef) und Lust am Abenteuer komme es an. Jedes Crew-Mitglied müsse persönlich gefordert sein und zugleich die Möglichkeit haben, während der Expedition zu reifen. Das nötige Zugehörigkeitsgefühl stellt sich dann beinahe von selbst ein.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



5 Kommentare

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Anonymous User 10. Dezember 2012

Es werden doch immer und immer wieder dieselben Fehler gemacht, die dann zu innerer Kündigung führen: Mangelnde Wertschätzung des Mitarbeiters, mangelnde Entwicklungsperspektiven und der tägliche Workload plus Erfolgsdruck. Agenturen versuchen noch immer, das Maximum aus den Mitarbeitern rauszuholen. Je mehr ich arbeite, desto mehr kann mein Chef Chef verkaufen. Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten. So wird ständig gefordert, aber selten etwas gegeben. Sei es materiell oder emotional - wobei letztes weit wichtiger ist. Wie sagte mein alter Chef imnmer so schön: "Sei froh, dass dein Gehalt pünktlich überwiesen wird."

Anonymous User 22. November 2012

Zufriedene und motivierte Mitarbeiter sind kein "Geheimnis".
Führungskräfte haben es verlernt zuzuhören und auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen. Die Mitarbeiter unseres Unternehmens sind wie unsere Kunden, verschiedene Zielgruppen, unterschiedlich zu verorten und somit unterschiedlich zu motivieren.
Die Schnittmenge der Motivationsfaktoren ist klein und fein und es bedarf "großer Ohren" und "offener Augen", um diese Zielgruppen zu identifizieren. Mitarbeiterbefragungen aus Pflichtgefühl, Ergebnisse aus Mitarbeiterbefragungen, die nicht in klaren Action Plans münden. das kann und darf nicht sein. Der Mitarbeiter beeinflusst durch sein Verhalten maßgeblich die Experience des Kunden am Touchpoint und hat damit höchste Priorität bei der strategischen Planung von Performance Improvement Maßnahmen.

Anonymous User 21. November 2012

Mitarbeiter motiviert man mit echter Zuneigung, Respekt für die Person und ehrlichem und zeitnahen Feedback. Wenn Sie heute über facebook oder - allgemeiner ausgedrückt - über das "Netz" einen Aufruf starten würden wie Ernest Shackleton das getan hat, dann würden sich wahrscheinlich 40.000 Menschen bewerben. Einfach so, aus Lust am Abenteuer. Frank Dopheide hat dahingehend recht: Tausende Berater beraten Unternehmen und Unternehmer. Wer hat denn die Berater beraten? Berater? Es geht bei der Schaffung einer Unternehmenskultur weniger um die Beratung als vielmehr um die nachhaltige Umsetzung. Es wird nicht umgesetzt und es findet kein Controlling statt. Und deswegen gibt es das von Dopheide beschriebene Problem. Die Berater ziehen sich zurück, wenn der Auftrag erledigt ist. Und die Unternehmen, die beraten wurden, machen so weiter wie vorher. Warum?
Weil sich nach ein paar Jahren keiner mehr erinnern kann warum man überhaupt einen Berater engagiert hat, weil diejenigen, die ihn engagiert haben das Unternehmen längst verlassen haben, aus den von Herrn Dopheide beschriebenen Gründen.

Anonymous User 21. November 2012

Die Mitarbeiter von Sir Shackleton's Expedition waren allesamt Freelancer, Abenteurer und mehr oder weniger unabhängige Freigeister und sind somit nicht mit den Festangestellten von heute in einen Topf zu werfen. Bei einer Festanstellung ist etwas ganz wesentlich: das langfristige persönliche Entwicklungspotenzial. Natürlich findet man das weder bei einer einmaligen Schiffsexpedition noch in dem Artikel von Herrn Dopheide.

Anonymous User 21. November 2012

Man darf nicht vergessen, dass Zugehörigkeit nicht durch irgendwelche vorgegebenen Team-Building-Maßnahmen erzielt wird. Jeder Mitarbeiter ist ein Individuum und möchte auch als solches mit Respekt behandelt werden.
Angefangen davon, dass es respektlos ist, als Geschäftsführer z.B. als Firmenwagen einen Jaguar für 2.000 Euro monatliche Leasingrate zu fahren und gleichzeitig dem Mitarbeiter, der 60 Stunden die Woche buckelt, die Gehaltserhöhung von 500 Euro abzuschlagen, bis hin zur Tatsache, dass Mitarbeiter selbst entscheiden möchten, ob sie vermeintlich sinnfreie Team-Building-Maßnahmen begleiten. Fakt ist, ich kann noch so oft in Hochseilgärten herumturnen oder gemeinsam gezwungenermaßen zum Skifahren gehen - wenn sich Leute nicht verstehen, ändert das gar nichts.
Leider gibt es immer mal wieder Mode-Erscheinungen - auch wenn es um das Thema Personalführung geht. Da schreiben schlaue Menschen schlaue Bücher, aber letztlich wäre es sinnvoll, wenn man einfach mal mit seinen Mitarbeitern spricht, um zu hören, was sie stört, bevor sie die Flinte ins Korn werfen. Wenn schon "Humankapital", dann sollte man dieses auch wie sein Kapital behandeln - nicht verbrennen und nicht zum Fenster raus werfen.

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