Start-up :
Virales Marketing: Plattform Iduwi erfüllt Wünsche

Soziale Themen sind in den Social Media derzeit der Hit. Über die Plattform Iduwi können Marken Gutes tun und gleichzeitig ihr Image aufpolieren.

Text: Brigitte Bauer

- keine Kommentare

Patrick hat kurz vor Weihnachten einen ganz besonderen Wunsch und hat ihn auf Iduwi.de gepostet. Sein Video ist sofort auf Platz eins der Plattform gelandet, die Wünsche erfüllt. Patricks Anliegen ist speziell, denn er ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt und hofft darauf, dass sein Auto - eine VW Multivan - von einer Firma behindertengerecht umgebaut wird. 800 User haben auf iduwi dafür gestimmt, dass Patricks Wunsch in Erfüllung gehen soll.

Die Grundidee von Iduwi ist einfach: die Abkürzung steht für ich du wir und ist eine Social-Media-Community. Dahinter steckt Stefan Frei, Geschäftsführer von Bündnis für Werte. Iduwi hört zu, was Menschen wollen. Die laden ihre Wünsche mit einem Video hoch, die Community voted nach Relevanz, dann entsteht ein Ranking der Projekte. Diese Wünsche bietet Iduwi dann Marken an. Wenn ein Unternehmen oder eine Marke Lust haben, den Wunsch zu erfüllen, dokumentiert Iduwi den Prozess über Videos und stellt sie ins Netz. "Wenn Menschen für ein soziales Thema stimmen, dann wollen sie auch wissen, wie es ausgeht. Bei Iduwi wollen wir von teilweise sinnloser Werbung hin zu einem Engagement der Marken kommen, das die Menschen betrifft. Dadurch, dass Marken zuhören und tun, was den Menschen wichtig ist, werden sie auch wieder relevanter für ihre Kunden", sagt Stefan Frei.

Normalerweise wendet sich eine Marke an eine Kreativagentur, wenn ihre Imagewerte im Keller sind. Die Kreativen setzen dann eine Strategie auf und schlagen diese der Marke vor. "Das hat aber häufig nichts damit zu tun, was die Menschen an der Bushaltestelle bewegt. Iduwi liefert Branded Entertainment auf Basis von Community Votings", so Frei.

Ein prominentes Beispiel für ähnliche Plattformen ist #CokeTVMoments. Hier können User ebenfalls Wünsche einreichen, eine Jury entscheidet darüber, welcher Wunsch erfüllt werden soll. Dafür arbeitet Coca Cola mit Youtubern zusammen, die die jeweiligen Projekte auf ihren Kanälen dokumentieren. Allerdings ist hier nur eine Marke im Fokus. Iduwi steht unterschiedlichsten Marken offen.

"Das ist ein fahrender PR-Zug, auf den die Marke aufspringen kann", sagt Frei. Doch darf man persönliche Anliegen von Menschen wie Patrick, dazu "missbrauchen" eine Marke bekannter zu machen? "Wenn unsere Vorgehensweise hilft, das Denken von Marken zu verändern, dann können wir die Gesellschaft damit verändern", erklärt Stefan Frei. Wenn nur ein Bruchteil der Investitionen, die Unternehmen im Jahr für Werbung ausgeben zur Verfügung stünde, um Menschen zu helfen, dann wäre das ein neuer Ansatz, der die Interessen von Wirtschaft und den Menschen vereinen würde, so Frei.


0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit