So reagieren die Kollegen

Ziemlich schnell fiel ihre täglich identische Garderobe natürlich auf. Matilda Kahl wurde besorgt gefragt, ob es ihr nicht gut gehe. Eine Kollegin setzte sich sogar für eine Gehaltserhöhung ein. Ihre Erklärung überraschte die Kollegen, aber mittlerweile haben alle die Entscheidung akzeptiert und unterstützen Kahl.  "Letzte Woche gab es bei uns im Büro in Soho sogar einen "Dress like Matilda Day"", freut sich die Werberin. "Alle meine Kollegen haben sich einen Tag lang genau wie ich angezogen, das war eine tolle Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin." (siehe Bildergalerie). Sogar der Bürohund erschien im Matilda-Outfit.

Die Vorteile

"Man spart so viel Zeit und Mühe!", sagt Kahl im Interview. "Früher habe ich mich jeden Tag gefragt: Ist das zu förmlich, zu lang oder zu kurz? Ich habe ewig gebraucht, um mich für ein Outfit zu entscheiden, und kaum war ich in der U-Bahnstation, habe ich meine Wahl bereut." Diesen Stress gebe es nun nicht mehr.

Kahl stellt mit ihrer Wahl auch Geschlechterklischees in Frage. "Die Gesellschaft setzt uns so unter Druck, dass wir glauben, der Erfolg hänge vom Aussehen ab. Dress for success. Uns wird eingebläut, es gäbe da einen direkten Zusammenhang. Wenn bei Frauen dieselbe minimalistische Garderobe üblich wäre wie bei Männern, könnten sich viele besser auf ihren Job konzentrieren."

Ihr Fazit

Ihre Entscheidung für eine Arbeitsuniform bereut Kahl "nicht eine Sekunde". Im Gegenteil, sie sei eine "solche Erleichterung und Befreiung, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich das früher gemacht habe."



Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Autor: Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.