Im aktuellen Fall findet Unternehmen X sicher eine andere Agentur.

Wahrscheinlich. Aber jede Agentur, die sich auf so etwas einlässt, muss sich vor Augen führen, was generell für Marken gilt: Wer sich freiwillig auf den Wühltisch legt, kommt da nur mit immensem Aufwand wieder runter. Heute hat mir ein Kunde gesagt: Richtig so. Marken werden für ihren Charakter respektiert, nicht fürs Kuschen oder Discountpreise.

Das Unternehmen X, das Sie in Ihrem Video ansprechen, scheint kein ganz kleines zu sein. Hätten Sie da ein bißchen mehr Professionalität auf Kundenseite erwartet?

Die betreffenden Unternehmen handeln da doch kaum mit Vorsatz. Es gibt viele Gründe dafür, dass es von diesen Pitch-Einladungen mehr und mehr gibt. Der Medienmarkt atomisiert sich, der Konsumentenmarkt ist von immer mehr Wettbewerb geprägt, Zielgruppen werden heterogener. Die Entwicklung beschleunigt sich. Vor zwei Jahren haben nur Nerds über Facebook gesprochen. Google Plus war vor drei Wochen kein Thema. Es wird immer anspruchsvoller, am Ball zu bleiben und gut zu briefen. Das ist in Unternehmen wie auch in Agenturen so. Mich wundert eher etwas anderes.

Was?

Dass meine kleine Video-Botschaft für so viel Aufmerksamkeit sorgt. Denn im Grunde genommen habe ich doch nur das adressiert, was seit vielen Jahren auf Kongressen und Podien gefordert wird.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.