Mobile Video Ads :
Worauf es bei mobil optimierter Werbung ankommt

Bei Spots fürs Handy lauern jede Menge Stolperfallen. Tim Keller, Executive Director Kolle Rebbe, gibt Tipps zu Länge, Format, Sprache und Branding.

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Tim Keller, Executive Director bei Kolle Rebbe, erklärt, wie Mobile Video Ads zum Nutzer funktionieren
Tim Keller, Executive Director bei Kolle Rebbe, erklärt, wie Mobile Video Ads zum Nutzer funktionieren

Zu laut, zu lang, zu langweilig. Gerade jüngere Zielgruppen sind bei mobil optimierten Spots extrem kritisch. "Man hat als Marke nur eine bis fünf Sekunden, um die Aufmerksamkeit zu rechtfertigen. Wer nicht vom Start weg interessant ist, wird nicht angeschaut", sagt Tim Keller, Executive Director Brand Strategy & Innovation bei Kolle Rebbe. Er gibt Tipps für wirkungsvolle Kampagnen. Seine wichtigste Empfehlung: "Nicht denken, sondern auch fühlen. Werbung muss mit dem kuriosen Internetcontent mithalten." Interessant sei oft das, was nicht hundertprozentig richtig ist.

Die optimale Länge?

Auf Facebook reichen zehn Sekunden, bei Youtube funktionieren auch längere Videos. Und wie immer macht es der Inhalt: Bei einem guten Video bleiben die Nutzer auch länger dabei. Doch die Zielgruppe ist volatil. Was nicht gefällt, wird gnadenlos weggeklickt. Wer die Sache angeht wie ein WM-Finale, macht schon mal einiges richtig. Denn hier gilt: Man hat nicht viele Chancen. Die wenigen, die man hat, muss man nutzen, um den Ball reinzuhauen.

Das optimale Format?

Jeder Kanal hat sein bevorzugtes Format. Videos auf Snapchat sollten vertikal konzipiert sein, das gibt die App vor. Bei Youtube empfiehlt sich Querformat, und bei Facebook funktioniert vertikal besser. Warum? Das Video hat mehr Fläche, die Sichtbarkeit wird besser.

Stumm oder mit Ton?

Das ist abhängig vom Kanal. Die Kampagne sollte von der ersten Sekunde an packende Bilder zeigen, die beispielsweise bei Facebook auch stumm funktionieren. Da dort meist lautlos durchgescrollt wird wie durch einen Newsreader, sollte bei Youtube-Videos immer Musik dabei sein. Bei Spotify dagegen sollte sogar der Sound eher ohne Video funktionieren.

Sprache und Branding

Kampagnen, die Bezüge zur Internetkultur herstellen, funktionieren immer besser – aber bitte, ohne plump zu kopieren. Mit sogenannten Memes, einfachen Bildern und Zitaten, kleinen Gedankensplittern oder Emojis. Ganz wichtig: ein einprägsames Branding, das nicht zwingend zu Beginn des Ads stehen muss; hängt von der Zielsetzung und dem Kanal ab. Außerdem: zentrale Wordings "einsupern", beispielsweise bei einem Shampoo den Zusatz "95 Prozent mehr Volumen".