"Zombiekreationen": Amir Kassaei rechnet mit Miami Ad School ab

Hektische Goldideen und Versagen in der Praxis: Amir Kassaei bezweifelt, dass dem Nachwuchs an der Miami Ad School das Richtige gelehrt wird.

Text: Markus Weber

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Der weltweite DDB-Kreativchef Amir Kassaei bezweifelt, dass dem Nachwuchs an der renommierten Miami Ad School das Richtige gelehrt wird. Das sagte er in einem "Sommergespräch" mit dem Werber Marco de Felice für die Online-Ausgabe der österreichischen Tageszeitung "Der Standard".

"Ich glaube, man bringt denen bei, Zombiekreationen (so nennt Kassaei Goldideen, Anm. der Red.) sehr schnell zu produzieren. Wenn du dir diese Miami-Ad-School-Absolventen ansiehst: Die sind zwar im ersten und zweiten Jahr, was Preise anbelangt, erfolgreich, aber dann versagen sie bei realen Briefings", meint Kassaei in dem Gespräch. Das Nachwuchsproblem müsse man anders angehen, und zwar "nach einem Leistungs- und Eliteprinzip". Der DDB-Kreativchef wiederholt in dem ausführlichen Gespräch unter anderem auch seine alte Forderung, Kreativrankings in ihrer jetzigen Form ganz abzuschaffen.

Kassaei hatte sich vor seinem Wechsel in die weltweite DDB-Zentrale bereits um die Nachfolge-Professur des mittlerweile verstorbenen Walter Lürzer an der Wiener Universität für angewandte Kunst beworben (Meisterklasse für Grafik und Werbung). Er sei kurz davor gewesen, die Nachfolge anzunehmen. "Das habe ich leider nicht machen können, weil ich den Job physisch gar nicht antreten könnte. Da müsste ich einen Tag in der Woche in Wien sein. Aber das wäre etwas, was ich gerne irgendwann machen würde. Es gibt ja ein Leben nach der Werbung."


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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