Facebook-Algorithmus :
Auf der Newsfeed-Couch: Wie Facebook Fans besser verstehen will

Den News-Algorithmus bei Facebook sollen nicht länger nur Formeln bestimmen, sondern auch ganz konkret die Nutzer selbst. Mit einer groß angelegten persönlichen Umfrage will das Netzwerk aufspüren, was ihren Nutzern am wichtigsten ist.

Text: Anja Janotta

Die Umfrage könnte die Facebook-Reichweite von Verlagen beeinträchtigen.
Die Umfrage könnte die Facebook-Reichweite von Verlagen beeinträchtigen.

Den News-Algorithmus bei Facebook sollen nicht länger nur Zahlen und Formeln ermitteln, sondern auch die Nutzer selbst. Mit einer groß angelegten Umfrage unter der Nutzerschaft will das Netzwerk nun herausfinden, wie man den News-Strom noch besser maßschneidern kann. Im "Feed Quality Programm" sollen neue Parameter bestimmt werden, anhand derer Nutzer künftig nur die für sie relevanten News erhalten.

Darin sollen insgesamt mehrere Zehntausend Nutzer anhand einer Skala von eins bis fünf bewerten, welche Posts innerhalb ihres Feeds sie für wichtig halten und welche nicht. Besonders hoch gerankte Stories werden dann noch einmal seperat analysiert. Aufgrund dieser Daten soll dann der Algorithmus verbessert werden.

In einem Blogpost hat Facebook das Projekt näher umrissen. Mit dem Programm wolle man nun besser vorhersagen können, was für den einzelnen besonders informativ ist und das werde dann weiter oben im Feed anzeigen. Bislang habe man herausgefunden, dass diejenigen Stories als besondes informativ gelten, die entweder "eng mit den Intressensgebieten der Nutzer zu tun haben, wenn sie Menschen in breitgeführte Diskussionen einbinden und wenn sie Nachrichten über ihre Welt beinhalten". Das könne alles sein: Rezepte ebenso wie Lokalnachrichten wie globale Großereignisse.

Ob das Auswirkungen auf die Reichweite von Verlagen, Publishern und andere professionellen News-Anbietern haben wird,  bleibt abzuwarten. Die Aussage von Facebook dazu ist auch entsprechend schwammig: "Die meisten werden keine signifikanten Veränderungen in ihrem News Feed zu spüren bekommen. Einige werden kleiner Zuwächse erfahren, andere kleinere Verluste." Die Seiten sollten eben relevante und informative Nachrichten posten.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.